Kreditkartenfirma weiter auf dubiosem Weg

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Offenbar war die Bereitschaft von MasterCard, Zahlungen an Wikileaks auch ohne juristische Vorgaben zu unterbinden, keine politisch motivierte Ausnahme.

Ähnliche Dienste will die Kreditkartenfirma nämlich künftig wohl auch den Lobby-Organisationen der Entertainment-Industrie anbieten – auch ohne gesetzliche Grundlage. Dies berichtet der Branchendienst arstechnica.

MasterCard will mit der Industrie auf der Basis eines Gesetzentwurfs namens Combating Online Infringement and Counterfeit Act (COICA) zusammenarbeiten. Der ist zwar im US-Senat gescheitert, die darin vorgesehene Regelung, dass Hostern von beanstandetem Content der Finanzhahn abgedreht wird, will MasterCard aber anscheinend auch in direkter Absprache mit RIAA und MPAA , den Lobby-Verbänden von Musik- und Filmindustrie realisieren.

Im Visier hat man die so genannten One-Click-Hoster (konkret MegaUpload), deren Dienste zwar auch von Piraten in Anspruch genommen werden, aber auch von Usern, die ganz regulär große Datenmengen verschieben wollen.

Megaupload sieht den Vorgang gelassen: Man verfüge über den  derzeitigen Gesetzen entsprechende Mechanismen, mit denen man sicherstellen könne, dass beanstandetes Material entfernt werde und erziele das Gros der Einnahmen ohnehin mit Werbung.

Was bedeuten könnte, dass die gesamte Aktion nach hinten losgeht und vielmehr das Gebaren von Kreditkartenfirmen in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerät.