IBM-Labors entwickeln superschnelle Speicher

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Aus dem IBM-Labors im kalifornischen San José kommt eine wissenschaftliche Entdeckung, die eines Tages die Speichertechnik revolutionieren und obendrein Strom sparen könnte.

Racetrack Memory heißt die Technologie, mit der IBM die Speichertechnik auf ein neues Niveau heben möchte. Die Technik verbindet die klassischen Techniken Flash-Speicher und Magnet-Speicher. Die Daten flitzen dabei auf Nanodrähten hin und her. Diese sind 1000-mal dünner sind als ein menschliches Haar. Die IBM-Forscher nutzen die natürliche Rotation der Elektronen, um Daten mit einer Geschwindigkeit von mehren hundert Meilen pro Stunde zu bewegen und in genau definierte Positionen zu bringen.

100 mal mehr Speicherkapazität

Laut IBM könnte es mit Racetrack eines Tages möglich werden, alle weltweite Jahresproduktion von Filmen, in einem einzigen tragbaren Modul, etwa einem mobilen Video-Player abzulegen. Durch die besonders hohe Energieeffizienz könnte der Speicher dabei über mehrere Wochen von einer einzigen Batterie versorgt werden. Insgesamt könnte ein Modul auf der gleichen Grundfläche um den Faktor 100 mehr Daten aufnehmen, ohne dabei mehr Energie zu verbrauchen.

Sollte es möglich sein, entsprechende Module beispielsweise auch in Servern einzusetzen, könnten Rechenzentren nicht nur wesentlich schneller, sondern auch wesentlich energieeffizienter arbeiten.
Das Racetrack-Projekt startete vor sechs Jahren in den IBM-Labors.

Paradigmenwechsel beim Datenzugriff

Laut IBM basiert es nicht nur auf der Nano-Technik, sondern experimentiert mit einem neuen Grundgedanken beim Zugriff auf die Daten. Der Computer sucht nicht mehr auf der Festplattenoberfläche oder im DRAM nach den Bits und Bytes. Stattdessen bewegen sich die die Daten dahin, wo sie gebraucht werden. Die Bits werden dabei auf dem »Racetrack« vor und zurück bewegt.

Racetrack kombiniert dabei die preiswerten aber vergleichsweise langsamen Magnetspeicher wie sie beispielsweise in Festplatten zum Einsatz kommen mit dem teuren, aber schnelleren Flash-Speicher.
Ob diese Technologie tatsächlich einmal auf den Markt gelangt, ist im Moment noch nicht klar. Klar ist bisher aber, dass es sich um mehr als nur um eine abgehobene Spielerei von Forschern handelt. Die Hintergründe und die Funktionsweise von Racetrack haben die IBM-Forscher jetzt im renommierten Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.