EU ruft Bürger zum Kampf gegen Cyberkriminalität auf

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Die Europäische Kommission beschäftigt sich mit einem Plan, bei der die Bevölkerung aktiv eingebunden werden soll, um Datendieben und Malware-Verbreitern das Handwerk zu legen.

Die Initiative ging von Europol-Direktor Rob Wainwright aus, der einem EU-Ausschuss den neuartigen Plan vorlegte. Demnach solle ein Rechenzentrum aufgebaut werden, bei dem sich alle EU-Bürger einloggen können, um Vorkommnisse und Hinweise zeitnah abzuladen. So würden die Polizeibehörden ganz Europas direkt und schnell von Scam-Wellen und schweren Security-Einbrüchen erfahren, zitiert die BBC den Europol-Plan.

»Damit wäre die EU nicht nur umfassend und gut informiert, sondern wir hätten damit auch den Ansatz, um Bürger und Öffentlichkeit direkt mit einzubeziehen in den Kampf gegen Online-Kriminalität«, argumentiert Rob Wainwright. Damit löste er bei Security-Experten ein geteiltes Echo aus. Mark Darvill, Direktor bei AEP Networks, gefällt es, wenn die Bürger eine Art Nachbarschaftswache bilden, um potentielle Angriffe sofort der Polizei zu melden. »Hinweise der Bevölkerung zu sammeln ist wahrlich kein neues Konzept, aber in der digitalen Welt überfällig«, meint Darvill.

Alan Bentley, Senior-Vizepräsident bei Lumension, sieht erst noch die Notwendigkeit, die Bürger ein wenig zu schulen, bevor so ein Programm erfolgreich sein könne. Sonst würden die Behörden in einer Flut sinnloser oder verwirrender Hinweise ertrinken. »Seit Stuxnet oder WikiLeaks sind viele Menschen aufmerksam geworden. Das hilft schon. Aber das allgemeine Wissen über die Gefahren und die Techniken der Datendiebe ist doch ziemlich bescheiden«, gibt Bentley zu bedenken.