Open-Source-Datenbank: Oracle gibt Version 5.5 von MySQL frei

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Während die eigene Oracle-Datenbank sich auf die Unternehmensaufgaben konzentrieren soll, wird das zugekaufte Konkurrenzprodukt nun mehr Richtung Web-Apps gedreht.

»Wir unterscheiden die Produkte nun für unterschiedliche Anwendungsbereiche«, bestätigt Produktmarketing-Direktorin Monica Kumar. Gekauft werden sollen aber beide von den Firmenkunden. Seit gestern liefert die Firma Version 5.5 der Open-Source-Datenbank MySQL aus. Es ist das erste wesentliche Update, seit Oracle vorigen Januar Sun Microsystems übernahm.

MySQL sei nun für webbasierte Applikationen und für den Embedded-Einsatz optimiert worden. Das passe ganz gut, weil MySQL historisch ein Teil der LAMP-Gruppe (Linux-Apache-MySQL-PHP/Python/Perl) ist, die traditionell im Webseitenbau eingesetzt wird, merkt Kumar an.

In Ergänzung zu den üblichen kleinen Verbesserungen und der Ausmerzung alter Fehler lockt Version 5.5 mit einer deutlich besseren Skalierbarkeit und einer geringeren Tendenz zur Gemächlichkeit, sobald eine größere Zahl von Online-Verbindungen auftreten. Nun fühle sich MySQL auch auf Web-Servern wohl, die gleichzeitig bis zu 1.000 Connections offen halten. Zudem kann die Datenbank nun die Leistung jener Server nutzen, die mehr als vier Prozessorkerne besitzen.

Generell hat Oracle sehr an der Performance der Software geschraubt. Laut interner Benchmarks könne Version 5.5 etwa dreieinhalb mal schneller Daten auslesen und schreiben als es noch Version 5.1 (unter Linux) konnte. Auf Windows-Servern laufe es angeblich sogar bis zu fünfzehn mal so flott wie früher.