Green-IT-Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Green-ITInnovation

Auf dem IT-Gipfel in Dresden hat auch die 2008 gegründete Green IT Allianz wieder Flagge gezeigt. Sie will das Umweltschutz-Potenzial der ITK-Branche besser nutzen und hat entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die Politik soll die Unternehmen dabei mit Fördergeldern und steuerlichen Anreizen unterstützen.

Noch längst nicht ausgeschöpft ist das Potenzial der ITK-Branche zum Schutz der Umwelt. Dieser Überzeugung ist die »Green IT Allianz«. Die Organisation hat deshalb eine Reihe von Handlungsempfehlungen vorgestellt. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder meint Green IT könne sogar »der Schlüssel zur Erreichung der Klimaschutzziele sein«.

Smart Grids stabilisieren Stromnetz

Wenig überraschend hat die Allianz in puncto Energiesparen besonderen Handlungsbedarf ausgemacht. So führe der Einsatz erneuerbarer Energien zu erheblichen Schwankungen in den Stromnetzen. Hier könnten die von IT-Herstellern entwickelten Smart Grids zur intelligenten Steuerung der Netze Abhilfe schaffen. Allerdings wünscht sich die Green IT Allianz unter anderem eine stärkere Forschungsförderung, also finanzielle Unterstützung vom Staat. Außerdem sollten Unternehmen, die ITK-gestützte Energiemanagement-Systeme anschaffen, steuerliche Anreize erhalten.

Nur jeder zweite Arbeitsplatzrechner spart Strom

Einsparpotenziale sieht die Green IT Allianz auch bei der IT-Ausstattung, beispielsweise am Arbeitsplatz. Die 26,5 Millionen Arbeitsplatz-PCs in Deutschland verbrauchen laut Wirtschaftsministerium jährlich vier Terawattstunden Strom. Da die Zahl der PCs bis 2020 auf 37 Millionen ansteigen wird, sind Einsparungen in den Bereichen Strom- und Materialverbrauch dringend notwendig. Derzeit gilt bei Experten aber nur jeder zweite Rechner als energie- und materialeffizient. Nach Ansicht der Green IT Allianz sollte dieser Anteil bis 2020 auf 85 Prozent erhöht werden. Damit könnte letztendlich auch der durchschnittliche Stromverbrauch von Arbeitsplatzcomputern von heute 150 kWh auf 60 kWh im Jahr 2020 verringert werden.

Die Handlungsempfehlungen der Green IT Allianz wurden auf dem fünften Nationalen IT-Gipfel in Dresden präsentiert.

Außerdem sollten internationale Projekte helfen, beim Thema Treibhausgase gemeinsame Berichtsstandards festzulegen.

Politische und wirtschaftliche Agenda

Die Green IT Allianz wurde im Rahmen des 3. Nationalen IT-Gipfels 2008 in Darmstadt eingerichtet. Sie soll die »politische und wirtschaftliche Agenda für Green IT« weiterentwickeln, die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Anwendern, Politik und Wissenschaft verbessern und daneben auch die Vorreiterrolle der IT-Branche bei umweltfreundlichen Technologien stärken.

Die Allianz wird von anderen Organisationen unterstützt, darunter dem CIO Colloquium und großen Unternehmen wie Allianz, Bosch, Siemens Hausgeräte, Deutsche Telekom, Fujitsu Technology Solutions, Hitachi, Hewlett-Packard, IBM, IDS Scheer, Infineon, Intel, Microsoft, Nokia Siemens Networks, Oracle, Ricoh, SAP, Software AG. Dass die Mehrzahl der großen IT-Unternehmen in der Allianz vertreten ist, zeigt auch, wie wichtig es der Industrie inzwischen geworden ist, ihr Green-IT-Know-how gemeinsam zu vermarkten.

Weitere Infos zu den Handlungsempfehlungen gibt es auf der Website des Branchenverbands Bitkom. Da kann man sich auch ein entsprechendes PDF-Dokument herunterladen.