Collaboration macht mobil

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Die moderne Kommunikationstechnik macht viele Geschäftsreisen überflüssig, nur bei neuen Geschäftsbeziehungen sucht man den Geschäftspartner in der Regel noch persönlich auf. Ansonsten tun es meist virtuelle Treffen, wie Peer Stemmler von Cisco WebEx schreibt, für die man sich mittlerweile nicht mal mehr an einem bestimmten Ort befinden muss.

Geschäftsreisen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Früher galten sie noch als Statussymbol für die ganz Wichtigen, die dann auch vom Piloten per Handschlag begrüßt wurden. Später gehörten die Reisen einfach dazu, man nahm sie hin, weil es sein musste. Mittlerweile hat sich die globalisierte Welt etabliert, die Geschäftspartner befinden sich auf allen Kontinenten und Reisen sind etwas so Alltägliches geworden, dass sie nur noch als lästig empfunden werden – aufwändig, zeitraubend und kostspielig. In den letzten Jahren ist außerdem die Erkenntnis dazu gekommen, dass Geschäftsreisen wie alle Reisen ganz unabhängig von der Art der Fortbewegungsmittel einen recht deutlichen Fußabdruck in der Umwelt hinterlassen.

Die digitale Welt hat daher nachdrücklich ihre Alternativen angeboten. Sie vertritt ja ohnehin die Auffassung, dass virtuell (fast) alles besser ginge. Das bedeutet hier, dass man, um sich mit Geschäftpartnern oder Kollegen zu treffen, keinen physischen Ortswechsel mehr vornehmen muss. Man kann sich schließlich auch virtuell zu einem Online-Meeting treffen, und das geht auf alle Fälle schneller und billiger, und umweltverträglicher ist es obendrein.

Natürlich gibt es auch Geschäftsreisen, die nicht so einfach ersetzbar sind. Wer zum Beispiel neu in eine Geschäftbeziehung tritt, sei es mit einem Lieferanten oder einem Kunden, der tut noch immer gut daran, seinen Geschäftspartner persönlich aufzusuchen. Sicher, die Einladung ins eigene Haus ist eine Frage der Höflichkeit, aber ansonsten gilt das Motto: »Kein Problem, wir kommen gern zu Ihnen.« Während man das eigene Haus normalerweise ja ganz gut kennt, kann man bei einem Auswärtsspiel immer dazu lernen. Schließlich sieht man vor Ort mit eigenen Augen, wie das andere Unternehmen jenseits von Kennzahlen und Geschäftsberichten arbeitet, wie ernst es beispielsweise Sicherheitsvorschriften nimmt, wie die Mitarbeiter miteinander umgehen oder auch welches Verhältnis zwischen dem Chef und seiner Mannschaft herrscht. All das betrifft natürlich nicht den Kern einer Geschäftsbeziehung, in der es in der einen oder anderen Form immer um Kosten und Leistungen geht. Dennoch weiß jeder, der nicht erst seit gestern an Bord ist, dass solche Faktoren für eine langfristige Geschäftsbeziehung von großer Bedeutung sein können. Solche »Soft-Facts« lassen sich in der digitalen Sphäre nicht angemessen abbilden.

Die Soft-Facts ändern sich auch um Web-Zeitalter nur langsam, so dass man spätestens beim dritten Treffen vor Ort nichts Neues mehr aufschnappen wird. Wenn nunmehr der Alltag in eine Geschäftsbeziehung einkehrt, wenn man sich kennen gelernt hat und zu den operativen Dinge übergeht, dann ist es Zeit für den Wechsel in die virtuelle Welt.

Hier haben die modernen IT- und Kommunikationstechnologien das Reisen tatsächlich nachhaltig verändert: Sinnvollerweise bleiben sie Szenarien vorbehalten, die in der digitalen Welt Nischen bilden – wichtig genug, um unverzichtbar zu sein und womöglich auch für einen Geschäftserfolg entscheidend, aber dennoch im täglichen Normalfall problemlos durch das virtuelle Pendant ersetzbar. Instant-Messaging oder Online-Konferenzen mit High-Quality-Video-Unterstütung bieten auf verschiedenen Stufen heute eben alles, was man im operativen Bereich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit braucht. Damit ist ein Einblick in alle Dokumente möglich, die in einem virtuellen Treffen gemeinsam bearbeitet werden müssen – die »Hard-Facts« lassen sich völlig unabhängig von Entfernungen teilen. Auf diese Weise lässt sich schneller und effizienter zusammenarbeiten.

Das gilt umso mehr als die Technik es mittlerweile ermöglicht, dass die Teilnehmer an solchen Runden nicht nur nicht alle an einem Ort zusammen kommen müssen, sie müssen sich dabei nicht einmal selbst an einem bestimmten Ort aufhalten. Virtuelle Zusammenarbeit ist heute weitgehend in mobile Systeme integriert. Man benötigt also nur ein Smartphone, um sich von jedem Ort aus in die moderne Welt der Collaboration einklinken zu können.

Damit wurde schließlich etwas fast Unmögliches wahr: Man kann während einer Geschäftsreise eine Geschäftsreise vermeiden – während man beispielsweise noch auf den Abflug zu dem einen Termin wartet, kann man einen anderen virtuell wahrnehmen. Wenn es aber so ist, dann sollte man tatsächlich wieder öfters verreisen – es sind bestimmt noch irgendwo ein paar Soft-Facts abzuklären.

 
Peer Stemmler ist Country Manager Germany bei Cisco WebEx in Düsseldorf