Meinung: 2011 werden Desktops virtuell

CloudSoftwareVirtualisierung

Wenn Sie sich die Verwaltung von Arbeitsplatzrechnern zum Beruf gemacht haben, dann wird sich ihr Berufsbild im nächsten Jahr deutlich verändern, schreibt Cameron Sturdevant. Denn eines der großen Themen 2011 wird die Desktop-Virtualisierung.

Der Kampf um die Herrschaft über die Arbeitsplätze der Mitarbeiter wird im Jahr 2011 eskalieren. Große Anbieter von Microsoft bis VMware haben 2010 nebst einigen Cloud-Anwendungen die Desktop-Produktivität vorangetrieben. Im kommenden Jahr wird es noch heißer zugehen. Ob diese Entwicklung als eine Bedrohung oder eine Chance wahrgenommen wird, hängt davon ab, ob sich Ihr Unternehmen ausschließlich an das traditionelle physikalische Modell der Desktop-Bereitstellung klammert oder den Grundstein für die Einführung virtueller und webbasierter Desktop-Produktivität legt.

Zunächst einmal hat VMware einen Vorstoß mit virtuellen Desktop-Produkten für Entwickler, Endanwender und Anwendungen gewagt, indem über das Jahr 2010 hinweg die Fähigkeiten von Workstation, View und ThinApp hochgeschraubt wurden. Die Herausforderung besteht im Jahr 2011 darin, zu sehen, ob es VMware gelingt, die Kosten für Hardware, Implementierung und Lizenzen zu senken. Dieser Herausforderung müssen sich auch eine Reihe anderer Hersteller virtueller Desktops stellen. IT-Manager wollen sehen, dass diese Kosten unter die des traditionellen physikalischen Bereitstellungsmodells sinken, damit sich die schwer messbaren Vorzüge wie zentralisierte Patch-Verteilung und Wartung entfalten können.

Kurbelt Windows 7 Virtualisierung an?

Windows 7 heizt die Desktop-Debatte weiter an. Desktop-Verwalter werden mit dem Drang zum Upgrade der Enduser-Arbeitsplätze von Windows XP auf Windows 7 auch vor diese Frage gestellt. VMware drängt bereits mit View in diese Lücke, da das Produkt eine Möglichkeit darstellt, die Desktop-OS-Umstellung zu meistern. Microsoft liefert Windows 7 mit einem Windows-XP-Modus, um Anwendungskompatibilität zu gewährleisten und den Widerstand gegen Migrationen zu senken. Microsofts Entscheidung, Windows-XP-Downgrades von Windows 7 Professional oder Enterprise und für Organisationen mit einem Software-Sicherungsvertrag zu erlauben, ist jedoch ein wichtiger, ausgleichender Faktor gegen unsere Vorhersagen.

Für Unternehmen, die den Umstieg auf Windows 7 planen, ist ein Schritt hin zu einer virtuellen Desktop-Umgebung, in der das neue Betriebssystem gehostet wird, eine sinnvolle Option. Aufgrund des umfassenden Einflusses der Servervirtualisierung und des Cloud Computings müssen Desktop-Manager das Jahr 2011 nutzen, um einen Strategie für das zukünftige Vorgehen hinsichtlich des Betriebssystems und der Plattform zu entwickeln.

Achten Sie auf Citrix

Citrix wird im Jahr 2011 die Grenzen der Desktop-Virtualisierung vom Arbeitsplatz auf mobile Geräte ausdehnen. Im laufenden Jahr haben wir Entwicklungen bei XenDesktop, XenApp, XenClient und Citrix Receiver beobachtet. Im kommenden Jahr sehen wir, wie gut Protokolle wie HDX von Citrix dabei helfen, hochperformante Arbeitslast von dedizierten physikalischen Systemen auf eine virtuelle Desktop-Infrastruktur zu übertragen.

2010 hat Citrix HDX entwickelt (VMware nutzt PCoIP und Microsoft nutzt RemoteFX), um Barrieren bei der Audio- und Video-Performance einzureißen. Genauer gesagt greift Citrix auf seine enorme Erfahrung bei der Anwendungsauslieferung zurück, um zu zeigen, dass rechenintensive Applikationen in einem virtuellen Desktop genutzt werden können. 2011 werden hochperformate Workloads ein interessanter Bereich sein, um nach Vorteilen durch virtuelle Desktops Ausschau zu halten.

Thin Clients und die Wiederverwendung von bestehender Hardware werden sich 2011 von »Langweilig!« zu »Schaun wir mal!« wandeln. Die Konvergenz von Windows 7, Desktop-Virtualisierung und die zunehmende Nutzung von Cloud-Anwendungen wie Salesforce bringen diese Hardware-Überlegungen an die Spitze der Liste von Dingen, auf die wir im kommenden Jahr mit Spannung blicken.

Die Veränderungen, die wir für 2011 vorhersagen, bedeuten einen Bruch der Routine für Desktop-Verwalter in Unternehmen. Die Entscheidungen bezüglich der Plattform und Implementierung sorgen dafür, dass sich die täglichen Aufgaben und Anforderungen in der Desktop-Umgebung ändern.

Es wird wahrscheinlich weniger Bedarf an Hilfestellung vor Ort geben, dafür aber mehr Arbeit für Techniker, die sich beim Betrieb von Datenzentren wohlfühlen. Es ist Zeit, die Kenntnisse in Sachen Datenzentrumsnetzwerke, Storage und Rechenzentren aufzufrischen, um sicherzustellen, dass Sie auch weiterhin Ihren Platz in der Desktop-Verwaltung haben und die IT-Dienste der Zukunft steuern.