Green Grid stellt Kennzahlen für CO2- und Wasserverbrauch vor

Green-ITInnovation

Die neuen Kennzahlen sollen Unternehmen helfen, ihre IT-Anlagen und Rechenzentren noch umweltfreundlicher zu betreiben. Der Fokus liegt dabei auf den Aspekten CO2- und Wasserverbrauch.

Green Grid, ein internationales Unternehmenskonsortium, das sich die Steigerung der Energieeffizienz in der Unternehmens-IT zum Ziel gesetzt hat, hat neue Kenngrößen für Rechenzentren vorgestellt. Diese sollen über die Effizienz des CO2- und des Wasserverbrauchs Auskunft geben.

So können die IT-Verantwortlichen Maßnahmen ergreifen, um ihre Unternehmens-IT, beziehungsweise ihre Rechenzentren noch umweltfreundlicher zu betreiben.

CO2 und Wasser als neue Kennzahlen

Die neuen Kenngrößen hören auf die Namen »Carbon Usage Effectiveness (CUE) und »Water Usage Effectiveness (WUE)«, wobei WUE noch nicht fertiggestellt ist, aber in Kürze eingeführt werden soll. Die beiden Werte ergänzen die bereits bekannte Größe Power Usage Effectiveness (PUE), bei der es um den reinen Stromverbrauch geht. PUE bestimmt die Energieeffizienz der Rechenzentren.

Der Wert kommt zustande, indem der Gesamtenergieverbrauch eines Rechenzentrums mit dem der IT-Systeme ins Verhältnis gesetzt wird. Daraus lassen sich dann auch zuverlässig Rückschlüsse auf die Treibhausgasemissionen ziehen, die das Rechenzentrum erzeugt.

Interessante Adresse für IT-Verantwortliche: die Homepage des Industriekonsortiums The Green Grid.

Die Kenngröße WUE schließlich soll bei der Bestimmung der Wassermenge helfen, die vom Rechenzentrum, beispielsweise bei der Kühlung, verbraucht wird.

PUE, Power Usage Effectiveness ist bereits etabliert

Wer genauere Informationen benötigt, findet auf der Website von Green Grid ein Whitepaper mit allen Details. Darin werden auch die Berechnungsmethoden beschrieben, mit denen die Kennzahlen zustande kommen. Die Details zu WUE sollen aber erst im ersten Quartal 2011 veröffentlicht werden.

Die Green-Grid-Kennzahl PUE gilt in der Branche inzwischen als anerkannte Methode, um Stromverbrauch und Energieeffizienz in der Unternehmens-IT zu bestimmen. Je niedriger der PUE-Wert, desto höher ist die Energieeffizienz. Die Methode wird beispielsweise auch von IBM eingesetzt, um Unternehmen beim Aufbau eines möglichst energieeffizienten Rechenzentrums zu beraten. Ein Interview zu diesem Thema mit IBMs Green-IT-Spezialisten Thomas Tauer finden Sie hier.

Jack Pouchet, Board Member bei Green Grid sagt: »Unsere Mitglieder sind der festen Überzeugung, dass die Entscheidungsträger die richtigen Tools für die Gestaltung, den Bau und den Betrieb ihrer Rechenzentren entsprechend den Prinzipien der Nachhaltigkeit benötigen, wenn Sie die Erweiterung ihrer Rechner-, Netzwerk- und Speicher-Kapazitäten planen.« Die Kennzahlen für CUE und WUE bezeichnet er als »wichtigen Fortschritt« da sie zu einem »besseren Management von natürlichen Ressourcen« führen könnten.

Tatsächlich gilt in Zukunft nicht nur der Strom-, sondern auch der Verbrauch der Ressource Wasser als kritisch.

Technik-Forum in Santa Clara

Anfang März 2011 veranstaltet The Green Grid ein zweitägiges Technisches Forum im kalifornischen Santa Clara. Der 1. März ist den Mitgliedern vorbehalten, am 2. März sind auch Nicht-Mitglieder willkommen. Allerdings ist hierfür eine Registrierung erforderlich. Die Registrierung für das »Technical Forum 2011« ist ab sofort möglich.

Grafik PUE-Wert
Zentral für die Planung und Betrieb eines Rechenzentrums ist der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness). Er stellt den Gesamtverbrauch in Bezug zum Verbrauch der IT-Geräte dar. Je niedriger der Wert, desto effizienter ist die IT. (Grafik: IBM)

Sprachrohr der IT-Industrie

Die Organisation »The Green Grid« bezeichnet sich selbst als das »wichtigste Sprachrohr der IT-Industrie zur Förderung der Energieeffizienz von Rechenzentren und Rechnerökosystemen in Unternehmen«. The Green Grid wurde 2007 gegründet und ist ein internationales Unternehmens-Konsortium. Ziel ist es Technologien und Handlungsempfehlungen – neudeutsch: »Best Practices« – zu entwickeln und weiterzugeben, mit denen Unternehmen ihre IT möglichst umweltfreundlich betreiben können. Konkrete Empfehlungen für Produkte gibt die Organisation jedoch nicht.

Mitglieder unterteilen sich in »Contributor« und »General Member«. Erstere haben Entscheidungsbefugnisse wie Wahlrechte in Gremien und Arbeitsgruppen. Letztere erhalten Zugang zu Spezifikationen und Designrichtlinien der von Green Grid entwickelten Techniken.