Warum das nächste Jahr für Apple kritisch wird

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In diesem Jahr sah Apple bisweilen etwas schwerfällig aus, man denke nur an das PR-Desaster um die Empfangsprobleme des iPhone 4. 2011 hat Apple nun drei neue Produkte, um sich zu revanchieren, meint P. J. Connolly.

Im Consumer-Bereich ist Apple führend, doch auch im Business-Bereich muss man mit Apple rechnen, der sehr erfolgreichen Kombination von iPhone und iPad sei Dank. Obwohl andere Teile des Apple-Portfolios in Unternehmen weit weniger gut angenommen werden, was letztlich auch zu der Entscheidung führte, die Xserve-Plattform zum 31. Januar einzustellen, hat klar die iOS-Produktfamilie ihre Verfechter im Management.

Dieser Prozess, der mangels einer besseren Beschreibung als »Kosumerisierung der Unternehmens-IT« bezeichnet wird, kommt in Gang, wenn Computer und Computer-Ressourcen selbstverständlich werden. Er würde nicht existieren, ohne das breite Angebot an Cloud-Services oder ohne Geräte von Firmen, die Usability über alles andere stellen.

Ein schlechtes Jahr für den König der Benutzerfreundlichkeit

Wenn man eine Firma mit Benutzerfreundlichkeit verbindet, dann Apple. Die Firma wird 2011 ziemlich im Blickpunkt stehen – mit der zweiten Generation des iPads, mit der fünften Generation des iPhones und dem neuen Mac OS X 10.7 »Lion« gibt es schon drei große Storys fürs nächste Jahr, und es ist erst Anfang Dezember.

Aufbauend auf Apples Erfolg mit dem iPhone, könnte das iPad quasi im Alleingang die Netbook-Plattform vernichten oder zumindest in ein Nischendasein zwingen. Die Analysten fallen regelrecht übereinander her im Bestreben, die Verkaufszahlen des iPads im nächsten Jahr vorauszusagen. Hier ist meine Antwort auf diese Frage: Apple wird so viele iPads verkaufen, wie die Lieferanten bauen können. Wenn Apple 50 Millionen Stück bauen lassen kann, kann das Unternehmen sie auch verkaufen.

Das nächste iPhone wird viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, weil es dem Debut des iPhone 4 an dem Feuer fehlte, das ich mit Apple verbinde. Die geistigen Bilder sind nicht sehr positiv: Polizisten, die die private und berufliche Ausstattung eines Journalisten beschlagnahmen, nachdem dieser einen Prototyp zurückgegeben hat, der in seinen Besitz gelangte. Steve Jobs’ Entgegnung »Ihr haltet es falsch«, als er mit den Antennenproblemen konfrontiert wurde. Das Herstellungsdebakel, das bis jetzt die Produktion des weißen iPhone 4 behindert.

Es würde mich sehr interessieren zu wissen, was Apple für Mac OS X 10.7 »Lion« geplant hat – über die Preview vom November hinaus. Die Idee mit dem Mac App Store ist wahrscheinlich fertig fürs Rampenlicht, aber auch eine Art Glücksspiel für Apple. Denn die Firma glaubt, die Leute wären durch das iPhone-Modell mit dem App Store schon so weit konditioniert, dass sie auch in diesem Fall Apples Vetorecht darüber, was in dem Online-Shop verkauft wird, akzeptieren.

An einige der Änderungen am User Interface von Mac OS X muss man sich wohl gewöhnen. Wenn Lion zu sehr aussieht wie iTunes 10, bezweifle ich, dass ich sehr beeindruckt sein werde.

Touch-Bedienung verändert Notebooks

Ich bin sehr zuversichtlich, dass Lion viel tun kann, um die Akzeptanz touch-basierter Oberflächen voranzutreiben und damit möglicherweise die Lücke zwischen der klassischen Tastatur/Maus-Bedienung, mit der wir mehr als ein viertel Jahrhundert gelebt haben, und touch-basierter Bedienung zu schließen, die von Mobilgeräten kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass Apple eine große Zahl MacBook und MacBook Pro mit Touchscreen-Tastatur verkaufen könnte.

In aller Kürze: drei Produkte, von einer Firma, und zwölf Monate, um zu sehen, wie sich deren Geschichten entwickeln.