Amazon Webservices:»Warum wir Wikileaks abschalteten«

CloudPolitikServerSicherheitSicherheitsmanagement

Die Vertreibung von Wikileaks aus den Amazon Web Services habe nicht wegen Regierungseinfluss stattgefunden: Das Whistleblower-Angebot habe nur keine Copyrights an den veröffentlichten Daten gehabt – das sei ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen.

Berichte, die Amazon unterstellten, gegenüber US-Regierungsorganisationen wie dem Pentagon eingeknickt zu ein, weist nun der Handels- und Web-Krösus vehement zurück.

Nein, die Sperrung von Wikileaks erfolge, weil die Organisation massenweise Inhalte online bereitgestellt habe, für deren Veröffentlichung sie keinerlei Copyrights habe. In den Geschäftsbedingungen stehe aber, dass man nur solche Inhalte online stellen dürfe, auf die man Copyrights oder die Rechte zur Kontrolle darüber habe.

Auch das Gerücht, die Wikileaks-Daten auf AWS seien einer Denial-of-Service-Attacke erlegen, weist Amazon zurück: Ja, es habe zwar Attacken gegeben, man habe sie jedoch alle erfolgreich abwehren können.

Die Veröffentlichung habe zudem unschuldige Personen gefährdet – auch ein Verstoß gegen Amazons Vorgaben.

Die verbundene Domain Wikileaks.org ist vom Domain-Anbieter EveryDNS inzwischen auch deaktiviert worden – zuvor hatte Wikileaks die Domain noch wechselweise auf Server in Schweden, USA, Großbritannien und Frankreich verweisen lassen -auch der Domain-Anbieter spricht von Verstößen gegen Nutzungsbedingungen.

Ob Wikileaks-Chef Julian Assange daher seine Ankündigung noch einhalten kann, ist fraglich. Sein Versuch, im Januar eine Bank bloßzustellen, gerüchteweise die Bank of America (deren Aktienkurs wegen des Geflüsters schon nervös zuckte) wird so vielleicht vereitelt.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen