Ursprung des Universums: Netzwerkausstatter forscht mit

Netzwerke

Nicht nur Quarks, Neutrinos und Atome fließen durch das CERN-Forschungszentrum. Neuerdings »flutschen« auch die Daten schneller – durch das Netzwerk-Universum des Kernforschungsprojektes.

Brocade, mehr in den manchmal langweiligen Gefilden der Netzwerktechnik aktiv, hat seine Hochgeschwindigkeitstechnik in interessanteren Bereichen untergebracht. Dass man sich nun auch beim CERN positioniert hat, das muss man ja mal gesagt haben! Und so sausen die Meldungen zu Gigabit-Routern und zu durchs Netz geschickten Petabytes geschwind an die Journalisten.

Genauer betrachtet benimmt sich die Marketing-Abteilung des Netzwerkausrüsters fast wie ein Teenager, der unbedingt allen erzählen muss, was er Tolles kann. Ja, Brocade ist jetzt im CERN aktiv und rüstet dessen Netzwerkinfrastruktur mit Brocade MLXe-Core-Routern auf. Das Forschungszentrum reagiere auf die gestiegenen Anforderungen des »High Throughput Computing« (HTC – hier steht das Kürzel mal nicht für eine Handymarke) und ein Datenaufkommen von mehr als 15 Petabytes pro Jahr.

Die erzeugten Daten müssten für mehr als 10.000 Wissenschaftler weltweit ständig verfügbar sein. Mehrere zehntausend global verteilte Computer bildeten das so genannte »Worldwide LHC Computing Grid« (WLCG) und müssen die Forscher mit dieser hohen Datenmenge versorgen.

Wir erinnern uns: Der LHC (Large Hadron Collider) des CERN löste sogar Weltuntergangs-Angst aus. War wohl nix. Derzeit flössen etwa 4,2 Terabit pro Sekunde durch die Netzwerkverbindungen des CERN – kommendes Jahr sollen es mehr als 10 Tb/s sein. Das löst garantiert keinen Untergang aus! (Und wieder erinnern wir uns: In den 80er-Jahren wollten uns noch Mitarbeiter des Telekom-Vorgängers »Post« weismachen, dass man nicht mehr als 300 Baud durch Telefonleitungen senden könne).

Stolz wie Oskar verkündet Brocade nun, »gründliche Tests« des CERN bestanden zu haben und gleich »die komplette Bandbreite der Brocade MLXe-32, MLXe-16 und MLXe-8 Router« dort untergebracht zu haben. »Mit hoher Skalierbarkeit, ausgezeichnetem Preis-/Leistungsverhältnis für 100 GbE und leistungsstarker Performance ermöglichen die Router virtualisierte Datacenter und lassen CERN optimal auf das gestiegene Datenaufkommen reagieren«, heißt das in Netzwerk-PR-Sprache. Man hätte es auch in weniger Worten sagen können: »Die Daten des CERN werden jetzt von Brocade-Routern durchs 100 Gigabit-Bit-Ethernet gelotst. Und schneller geht später auch!«

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