Fujitsu: Teddybär als Sozial-Roboter

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Auf der Hausmesse Visit 2010 präsentierte Fujitsus Abteilung für Forschung und Entwicklung auch Technologien, die nicht nur den Business-Alltag erleichtern sollen. Fujitsu will in Zukunft auch im Bereich Gesundheit und Fitness mitmischen.

Jede Messe braucht einen Hingucker. Ein Ding, um das sich die Besucher scharen und das dann in der Zeitung abgebildet ist. Auf den Messeständen der großen IT-Hersteller ist das normalerweise ein schickes Notebook, ein riesiges TFT-Display oder ein anderes Hightech-Prunkstück. Bei Fujitsus Hausmesse Visit 2010 war es der Teddybär, der alle Blicke auf sich zog.

Natürlich ist der Teddy vollgestopft mit Elektronik. In der Nase ist eine Kamera eingebaut, zwölf kleine Motoren steuern die Bewegungen von Armen, Beinen und Kopf. Sogar die Augen kann der freundliche Teddy öffnen und schließen. Wer ihm freundlich zuwinkt, dem winkt der Teddy zurück. Auch andere Gesten und bis zu einem gewissen Grade sogar Mimik ahmt er nach.

Teddy passt auf die Oma auf
Hinter dem putzigen Stoffgefährten steckt ein ernst gemeintes Konzept. Als eine Art freundlicher Sozial-Roboter könnte er bei der Betreuung von Kindern oder auch älteren Menschen helfen. Er könnte Ältere daran erinnern, ihre Tabletten zu nehmen und kontrollieren, ob es ihnen gut geht. Dazu sind natürlich einige weitere Evolutions-Stufen der Technik nötig. Der Teddybär soll nur zeigen, was die Technik heute schon vermag und wohin die Reise gehen soll.

Wer dem Teddybären zuwinkt, dem winkt er zurück. Ein Highlight aus den Fujitsu-Labors.

Highlights der Fujitsu-Forschung
Das Roboter-Konzept ist nur eine von mehreren Ideen, die Fujitsu als Highlights seiner Labors auf der Visit 2010 vorgeführt hat. Weit weniger glamourös, dafür ziemlich nützlich könnte die Filtertechnik für E-Mails werden. Diese soll verhindern, dass Mitarbeiter in Unternehmen vertrauliche Inhalte per E-Mail ausplaudern oder vertrauliche Dokumente als Dateianhang an Leute verschicken, die diese nicht sehen sollten.

Die Technik kombiniert dabei verschiedene Methoden. So werden beispielsweise Mails abgefangen, die bestimmte Schlüsselwörter im Text enthalten. Diese müssen dazu natürlich auf einer entsprechend gepflegten Datenbank hinterlegt sein. Zudem werden vertrauliche Dokumente mit Hilfe von Wasserzeichen und ähnlichem markiert.

Daten aus Videos extrahieren
Dem Thema Sicherheit widmet sich auch die »Data Extraction« Technologie. Hiermit ist es möglich, aus einem Video bestimmte Sequenzen herauszuschneiden, ohne dabei die Integrität und Authentizität des Gesamtvideos zu beschädigen. Das ist praktisch, wenn es beispielsweise in einem Gerichtsverfahren darum geht, nur ein oder zwei Minuten aus einem zwölfstündigen Video der Überwachungskamera zu zeigen.

Mobiltelefon als Fitness-Monitor
Um das Zukunftsthema Gesundheit schließlich geht es bei dem speziellen Mobiltelefon aus den Fujitsu-Labors. Die Ingenieure nutzen die in den meisten Handys ohnehin vorhandenen Beschleunigungssensoren, Kameras und GPS-Module, um das Handy zu einer Art Fitness-Begleiter seines Besitzers zu machen. Zusätzliche externe Sensoren wie Thermometer oder Pulsmesser senden ihre Werte drahtlos oder über ein dünnes Kabel an das Handy weiter. Darin sammelt ein Software-Tool alle Daten und gibt diese per WLAN an einen Computer weiter. Der kann dann ein mehr oder weniger komplettes Bild des momentanen Gesundheitszustands des Besitzers entwerfen.

Egal, ob und wann sich diese Technik durchsetzen kann: Der junge Mann, der auf Fujitsus Demo-Stand mit Pulsmesser und Handy den ganzen Tag über das Laufband in Bewegung hielt, hat auf der Visit 2010 eine ganze Menge für seine Fitness getan.

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Fujitsu Labor