PC-Markt: Gartner korrigiert Prognosen nach unten

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Zwar kann sich der PC-Markt nach der Wirtschaftskrise erholen, doch das Wachstum fällt geringer aus als erwartet. Vor allem die Verbrauchernachfrage schwächelt – unter anderem weil sich viele Anwender mittlerweile eher für Tablets als für PCs und Notebooks interessieren.

Schon im September hatten die Marktforscher von Gartner ihre Prognose für den PC-Markt nach unten korrigiert, nun müssen sie das schon wieder tun. Für das Jahr 2010 rechnet man nun nur noch mit einem Absatzplus von 14,3 Prozent, was insgesamt 352,4 Millionen Geräten entspricht.

Dabei war der PC-Markt mit Wachstumsraten von 27 Prozent sehr gut ins Jahr 2010 gestartet, doch im Jahresverlauf kühlte die Nachfrage merklich ab. Anders als zunächst befürchtet, hielten sich jedoch nicht Firmen mit Investitionen zurück – wohl weil es kaum möglich war, die in der Wirtschaftskrise aufgeschobenen Investitionen weiter hinauszuzögern – sondern die Verbraucher. Die spielen nämlich immer häufiger mit dem Gedanken an ein Tablet, und auch wenn sie ein solches noch nicht erworben haben, sparen sie sich doch vielfach den Kauf eines PCs oder Notebooks. Bis 2014 würden Tablets etwa zehn Prozent der PCs ersetzen, schätzt Gartners Research Director Ranjit Atwal.

Darüber hinaus hat der PC-Markt laut Gartner damit zu kämpfen, dass die Verbraucher in Westeuropa und den USA vielfach weniger Geld in der Tasche haben und sich nach wie vor unsicher sind, ob die wirtschaftliche Entwicklung sich zum besseren oder schlechteren wendet. So wird das Wachstum derzeit vor allem von den Emerging Markets angetrieben, wo nach Meinung der Analysten durchaus das Risiko besteht, dass viele Verbraucher direkt auf alternative Geräte setzen und gar nicht erst einen Rechner als klassisches Einstiegsgerät erwerben.

Alternative Geräte wie Tablets belasten den PC-Markt aber nicht nur direkt, sondern auch indirekt, sorgen sie doch für einen längeren PC-Lebenszyklus. Viele Aufgaben werden einfach mit dem neuen Smartphone oder Tablet erledigt, den alten PC, den man früher schon lange ausgetauscht hätte, nutzt man weiter.

Alles in allem führt das dazu, dass man bei Gartner auch die Prognose für 2011 gesenkt hat – von 18,1 auf 15,9 Prozent. Für 2012 rechnet man bei Gartner dann auch damit, dass Virtual Desktop Infrastructures (VDI) die Nachfrage bei Firmenkunden nach neuen PCs weiter bremsen.