Fujitsu will Cloud Computing sicherer machen

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Datenschutzbedenken sind immer noch das Haupthindernis für die Akzeptanz von Cloud Computing. Mit neuen Sicherheitskonzepten bei seinen Cloud-Diensten will Fujitsu den Durchbruch schaffen. In Deutschland dürfte dies besonders schwer werden.

Dass Cloud Computing eine praktische Sache sein kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Trotzdem zögern noch viele Unternehmen, auf die Technik umzusteigen. Ihre Bedenken lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Sicherheit. Sowohl Unternehmen als auch Privatanwender haben bisher noch kein Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten beim Cloud Computing. Das ergibt sich aus einer Studie, die der IT-Gigant Fujitsu in Auftrag gegeben hat. Demnach machen sich 88 Prozent der Menschen darüber Sorgen, wer auf ihre Daten zugreifen kann.

Auch die Marktforscher von Forrester kommen zum gleichen Schluss: »Für Unternehmen sind Sicherheitsbedenken der häufigste Grund, Cloud-Services nicht einzuführen«, heißt es in einer von Fujitsu zitierten Untersuchung.

Die Furcht vor Datenschutzverletzungen wird größer. 69 Prozent der Anwender machen sich Sorgen, wer Zugriff auf ihre Daten hat. (Grafik: Fujitsu)

 

13 Sicherheitspakete für Cloud Computing
Folgerichtig will Fujitsu nun umfassende Sicherheitslösungen für seine Cloud Computing-Dienste anbieten. Als Grundlage dient ein Standard-Securitypaket. Dieses enthält bereits Intrusion Detection und Prevention, eine Firewall sowie sichere Webserver. Je nach Bedarf kann der Kunde weitere Dienstleistungen ordern. Dazu gehören beispielsweise eine Komplettverschlüsselung aller Daten sowie Ein-Mal-Passwörter für Hochsicherheitsbereiche. Die Passwörter werden entweder per SMS oder als Token versandt.

Darüber hinaus gibt es Lösungen für Anti-Spam und Contentfilterung. Insgesamt umfasst das komplette Sicherheitspaket 13 Einzelmodule. Der Hersteller verspricht, dass damit ein genauso hohes Sicherheitsniveau erreicht werde, als ob das Unternehmen die Daten im eigenen Rechenzentrum gespeichert hätte. Mit diesem Sicherheitskonzept will Fujitsu dem Cloud Computing auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen –  besonders natürlich den eigenen Cloud-Angeboten.

Was Endverbraucher denken
Die oben erwähnte Studie des japanischen IT-Giganten mit dem Titel »Personal Data in the Cloud: A Global Research of Consumer Attitudes« bietet Erkenntnisse über die Einstellungen von Verbrauchern, die für große Hersteller und insbesondere für Anbieter von Cloud-Diensten interessant sein dürften. So erwarten etwa 72 Prozent der Anwender in Deutschland, dass sich Staat und Politik aus ihren persönlichen Daten raushalten.

Die Studie zeigt auch, dass vielen durchaus bewusst ist, welche Vorteile der Zugriff auf Daten durch Organisationen oder Unternehmen haben kann. Die Anwender erwarten vor allem, dass in den Bereichen Verkehr und Medizin, etwa bei der Betreuung älterer Menschen, die Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen.

Mit anderen Worten: Wenn Datenschutz nach klaren und verlässlichen Regeln organisiert ist, hätten die Anwender auch keine Einwände mehr gegen Cloud Computing.

Nur 22 Prozent der Deutschen glauben, dass personalisierte Shopping-Angebote, bei denen der Anbieter die Daten des Kunden speichert, mehr Vorteile als Nachteile hat. (Grafik: Fujitsu)

Deutsche sind skeptischer
In Deutschland sind viele allerdings deutlich skeptischer als der Durchschnitt. Beispielsweise sind nur 28 Prozent der Meinung, dass die zentralisierte Datenhaltung im Bereich Medizin mehr Vorteile als Nachteile hat. So gesehen dürfte sich auch Cloud Computing in Deutschland erst dann durchsetzen, wenn Fragen zum Datenschutz zufrieden stellend beantwortet sind.

Die vollständige Studie mit allen Ergebnissen gibt es auf der Website von Fujitsu zum Download (siehe Weblinks).

Dynamisches Cloud Computing
Auf seiner Hausmesse Visit 2010 hat Fujitsu aber nicht nur Sicherheitskonzepte vorgestellt, sondern auch seine Plattform »Dynamic Cloud«. Diese soll dem Kunden eine flexible und reaktionsschnelle Infrastruktur bieten. So ist ein Unternehmen dadurch in der Lage, schnell zwischen Privaten und Trusted Clouds zu migrieren oder verschiedene Cloud-Konzepte und -Dienste miteinander zu kombinieren.

Auch im Vortrag von Fujitsu-Chef Rolf Schwirz war Cloud Computing eines der wichtigsten Themen. (Foto: Fujitsu)

 
Unter Private Clouds verstehen Fachleute IT-Umgebungen, die ausschließlich für ein Unternehmen gebaut sind und auch nur von diesem genutzt werden. Hier können die Sicherheitsstandards besonders hoch sein. Trusted Clouds hingegen werden von mehreren Kunden gemeinsam genutzt. Die jeweiligen Netzwerke werden jedoch getrennt betrieben, jedes Unternehmen nutzt seine eigenen virtuellen Server-und Speichersysteme. Laut Fujitsu ist dieser Cloud-Typ ebenfalls sehr sicher. Sicherer zumindest als die Public Cloud, bei der sich beliebig viele Personen oder Unternehmen ein öffentliches Netzwerk teilen.

Wechseln zwischen den Cloud-Typen
Fujitsu bietet Unternehmen die Möglichkeit schnell zwischen verschiedenen Cloud-Typen zu wechseln und beispielsweise flexibel zu entscheiden, welche Daten in der Private und welche in der Trusted Cloud gespeichert und verarbeitet werden.

Die gleichzeitige Nutzung verschiedener Cloud-Typen läuft dann unter dem Stichwort Hybrid Cloud. Je nach Sicherheitsniveau, das bestimmte Daten oder Anwendungen benötigen, entscheidet der Admin, ob diese in der Private, Trusted oder eventuell sogar in der Public Cloud gespeichert werden.

Weblinks
Visit 2010
Fujitsu Studie Datenschutz (PDF)