Augen auf beim Server-Kauf

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Welche Server-Austattung ist wirklich notwendig? Wir prüfen, was Unternehmen wirklich brauchen.

Viele kleine und mittelständische Betriebe setzen in Ihrer Unternehmung immer noch Server mit älterer Hardware ein, da sie die Anschaffung eines neues Servers aus finanzieller Sicht nicht für notwendig halten oder die Migration des alten Systems auf die neue Hardware-Plattform scheuen. Doch es gibt gute Gründe, die alten Tower- oder Rack-Server gegen neue Modelle zu tauschen.

Neben einer höheren Leistung, die serverbasierte Anwendungen erheblich beschleunigt und die angebundenen Clients entlastet, lassen sich insbesondere die Betriebskosten drastisch senken. Denn die aktuellen Intel Xeon- und AMD Opteron-Prozessoren passen sich den gegebenen Anforderungen automatisch an und erhöhen und senken ihre Taktfrequenz vollkommen autark, was den Energiebedarf und somit die IT-Kosten sinken lässt. Zudem lassen sich dank des hohen Speicherausbaus mehrere alte Server problemlos auf einen neuen Server virtualisieren, was den Administrationsaufwand und Ausfallzeiten reduziert und die Stromkosten für Server-Farmen verringert.

Und zu guter Letzt sorgen schnelle SATA- und SAS (Serial Attached SCSI)-Festplatten im RAID-Verbund für schnelle Zugriffe und bieten, dank hoher MTBF-Zeiten (Mean Time Before Failures) von mehreren Millionen Stunden, eine hohe Ausfallsicherheit.

(Bild: Ein SAS-Stecker – Serial Attached SCSI-Festplatten ermöglichen eine gute Skalierbarkeit und  hohe Übertragungsraten)

Die richtige Hardware-Mischung
Ein kleiner Betrieb mit rund zehn Clients muss aber nicht direkt zum neuesten Top-Modell greifen, auch wenn die Hardware-Ausstattung der Server – aus technischer Sicht – ein echter Leckerbissen ist. Doch hier rechnet sich häufig das Kosten/Nutzen-Verhältnis nicht. Gleiches gilt auch für große Unternehmen, die den günstigsten Tower-Server kaufen, um die IT-Kosten so gering wie möglich zu halten. Wie so oft kommt es auf die richtige Mischung der Hardware-Ausstattung für die jeweilige Anforderung an. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte, anhand derer Sie den idealen Server für Ihre Unternehmung finden.

Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Ihr neuer Server ein redundantes Netzteil aufweist, was in der günstigeren Preisklasse bis 1.200 Euro nicht unbedingt Standard ist. Doch Redundanz und die damit verbundene Ausfallsicherheit ist der wichtigste Faktor eines Servers – schließlich achten Sie ja auch darauf, dass die eingesetzten Festplatten im RAID-Verbund agieren. Die Stärke des Netzteils ist ebenfalls nicht unerheblich und abhängig davon, welche Hardware-Kombination (Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte) einsetzen.

Wundern Sie sich nicht, warum selbst in kleiner ausgestatteten Servern ein Netzteil mit hoher Watt-Zahl werkelt. Die Hersteller lassen sich hier immer ein kleines Polster, um sicherzustellen, dass die Server-Hardware selbst bei voller Belastung mit ausreichend Strom versorgt wird. Damit es nicht zu unerwarteten Stromausfällen oder Spannungsspitzen im Stromnetz kommt, sollten Sie zudem über die Anschaffung einer USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) nachdenken.

(Bild: Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) erhöht die Ausfallsicherheit des Servers enorm)

Diese sind in mehreren Preisklassen erhältlich und helfen Ihnen dabei, Unter- und Überspannung sowie Frequenzänderungen im lokalen Stromnetz auszugleichen. Große Unternehmen mit mehreren Server-Farmen setzen neben einer USV auch meist auf eine AEV (Allgemeine Ersatzstromversorgung), die mittels Batterien oder Notstromaggregaten die Stromversorgung der Server gewährleistet und bei einem eventuellen Ausfall automatisch anspringen.

AMD oder Intel?

Der Glaubenskrieg, der insbesondere im Desktop-Markt vorherrscht, wird auch im Server-Segment fortgesetzt. Egal ob Opteron oder Xeon-Prozessor, beide CPUs besitzen die neuesten Stromspar- und Virtualisierungs-Mechanismen und On-Demand-Leistungssteigerung. Lediglich in der Anzahl der CPU-Kerne unterscheiden sich die Konkurrenten, so punktet Intel derzeit mit acht echten und bis zu 16 virtuellen Kernen, während AMD „nur“ sechs echte Kerne zur Abarbeitung von Befehlen zur Verfügung stellt. In der nächsten AMD-Prozessor-Generation („Bulldozer“), die 2011 auf den Markt gebracht werden soll, steigt die Anzahl der Prozessorkerne im Serverbereich auf 16 Stück an.

(Bild: Intels Xeon-CPUs überzeugen besonders durch ihre Virtualisierungsperformance)

Für einen kleinen Betrieb ist diese hohe Anzahl nicht relevant, denn hier werden meist nur wenige Server (ERP-Software, Exchange + Fileserver) benötigt. Sollten externe Mitarbeiter per VPN Zugriff erhalten, empfiehlt sich hier eher ein kostengünstiger Hardware VPN-Gateway. Auch die Firewall-Aufgaben eines ISA-Servers mit Stateful- und Application Layer-Inspection lassen sich mit der OpenSource-Lösung IPCop (www.ipcop.org) und einem älteren Standard-PC deutlich preiswerter realisieren. Deshalb sollten Sie lieber zu einem günstigen Vier- oder Sech-Kern-Prozessor greifen und diesen mit viel Arbeitsspeicher (mindestens vier GB, besser acht und mehr) ausstatten.

Denn je mehr ECC-RAM verbaut ist, umso mehr virtuelle Maschinen lassen sich erstellen und umso flüssiger geht die Administration vonstatten.

(Bild: Ausreichend vorhandener Arbeitsspeicher ist häufig wichtiger für die Server-Performance als die CPU-Leistung)

Festplattensysteme für mittlere und große Anwendungen

Bei der Wahl des Speicherplatzes herrscht meist Standardkost. Selbst preiswerte Server-Systeme verfügen über mindestens zwei SATA-Festplatten im RAID 1-Verbund, um maximale Datensicherheit sicherzustellen. In den mittleren und höheren Preisklassen finden sich auch immer mehr Systeme mit SAS-Festplatten. Im Gegensatz zu herkömmlichen SATA-Pendants besitzen diese zusammenhängende Konnektoren mit gleichem Pinout für den Strom- und Datentransfer und lassen sich somit spielend leicht mit SATA-Controllern koppeln. Der Vorteil dieser Technik: Die Verbindung bei SAS ist aufgrund des einheitlichen Konnektors stabiler als bei SATA-Laufwerken, sodass sich ein Kabel nicht versehentlich lösen kann. Auch technisch haben SAS-Festplatten die Nase vorn, denn das System unterstützt Doppel-Port-Verbindungen und Expander, durch die mehrere Geräte angesteuert werden können.

Fazit

Wie Sie sehen, ist die Wahl der richtigen Server-Ausstattung kein Hexenwerk. Für jeden Betrieb gibt es die passende Hardware-Ausstattung, um effektiv und produktiv arbeiten zu können. Nehmen Sie sich für die Auswahl der Server-Komponenten Zeit und überprüfen Sie vor dem Kauf, welche Anforderungen an den Server gestellt werden. So können Sie eine perfekte Kosten/Nutzen-Rechnung aufstellen und Ihr neues Arbeitstier maßschneidern lassen.