Ausprobiert: AirMagnet WiFi Analyzer Pro 9

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AirMagnet WiFi Analyzer Pro 9 erledigt WLAN-Analysen auf bis zu drei Kanälen und erlaubt es, Probleme beim Client-Roaming zu erkennen. Wir haben das praktische Tool ausprobiert.

AirMagnet WiFi Analyzer Pro 9 kann simultane Analysen über maximal drei Wireless-LAN-Kanäle hinweg durchführen, was die Fehlersuche bei Voice-over-WiFi und anderen Anwendungsproblemen erleichtert, die mit dem Roaming-Verhalten der Clients in Verbindung stehen können. Mit der neuen Unterstützung für mehrere Analyse-Sensoren bietet AirMagnet WiFi Analyzer Pro 9 die häufig benötigte Möglichkeit, das WLAN-Client-Roaming-Verhalten zu untersuchen, wobei es allerdings noch einige störende, aber nicht kritische Beschränkungen gibt.

AirMagnet, eine Tochter von Fluke Networks, hat in diesem Monat mit der Auslieferung von Analyzer Pro 9.0 begonnen, der endlich Multi-Adapter-Unterstützung für eine Laptop-basierte WLAN-Analyselösung bereitstellt und es erlaubt, simultan Fehler zu suchen und Aktivitäten zu analysieren, die auf verschiedenen Kanälen stattfinden, darunter auch Übergabe-Events. Die neue Version hat eine deutlich aktionsorientiertere Oberfläche und Tools für die Fehlersuche bei besseren Verbindungen.

Analyzer Pro 9.0 kostet knapp 3000 Euro, ist aber als kostenloses Update für Nutzer mit einem laufenden Support-Vertrag verfügbar.

Multi-Adapter

Version 9.0 ist die erste Version von Analyzer Pro, die 64-Bit-Windows-Betriebssysteme vollständig unterstützt, obwohl die Anwendung selbst noch 32 Bit einsetzt. Wir haben die Software erfolgreich auf einem Dell Inspiron XPS 1330 mit Windows 7 Ultimate 64 Bit installiert und getestet. Im Gegensatz zu früheren Versionen von Analyzer Pro, die nur einen einzelnen Wireless-LAN-Adapter für die Analyse des drahtlosen Traffics nutzen konnten, der ständig durch das gesamte Spektrum gescannt hat, kann Analyzer Pro 9.0 auf bis zu drei WLAN-Adapter zugreifen und dem Datenverkehr auf drei Kanälen gleichzeitig lauschen, ohne auf Grund des zeitversetzten Scanverhaltens einen Ausschnitt der Kommunikation auf irgendeinem Kanal zu verpassen. Diese Fähigkeit ist deshalb so hilfreich, weil sie es Administratoren endlich erlaubt, beide Seiten eines Client-Übergabevorgangs von einer einzelnen Analysestation aus zu beobachten.
Kunden können für die Mehrkanalerkennung jede Kombination aus einer Handvoll Adaptern nutzen, die von AirMagnet unterstützt werden, aber AirMagnet empfiehlt, sein neues Multi-Adapter-Kit einzusetzen, um sicherzustellen, dass jeder Adapter eine gleichwertige Antennenausrichtung erhält.

Roaming-Analyse-Tools

Das Kit für Analyzer Pro für etwa 370 Euro besteht aus einem 5-Port-USB-Hub, der oben an die Rückseite des Laptop-Monitors angeheftet wird, und drei USB-WLAN-Adaptern Proxim 8494-US für 802.11a/b/g/n, die in den Hub eingesteckt werden, so dass sie gerade nach oben wegstehen.

Kunden können mehrere Adapter nutzen, um in Verbindung mit einem neuen Roaming-Analysewerkzeug die Verbindungsdetails vor und nach der Übergabe zu untersuchen. Wir haben zum Beispiel einen Netflix-Videostream auf einem iPhone 3GS gestartet und sind dann im Büro herumgelaufen, um das Roaming zwischen den verschiedenen Access Points im Test-Netzwerk auszulösen. Das Roaming-Analysewerkzeug erkannte automatisch unseren Roaming-Client und gab anschließend Messdaten und Statistiken aus, wie die Client-Signalstärke, den Access Point und den Kanal – jeweils vor und nach der Übergabe – mit Zeitstempeln, um anzuzeigen, wann die Übergabe erfolgte.

Bidirektionales MOS

Für Voice-over-WiFi-Traffic erzeugt Analyzer Pro auch bidirektionale MOS-Werte (Mean Opinion Scores) vor und nach dem Roaming, was den Administrator in die Lage versetzt, den Effekt des Roaming-Verhaltens auf die Sprachqualität zu beurteilen. Bei der Generierung der Punkte nummeriert das Roaming-Analyse-Tool die erkannten Verzögerungen durch und bricht die ermittelten Werte weiter herunter, um Verzögerungen zu identifizieren, die durch die Wahl eines Access Points entstanden sind oder mit dem 802.11-Umgang, der Authentifizierung oder dem Schlüsselaustausch in Verbindung stehen. Die AirWise-Technologie von Analyzer Pro versucht auch, die Bedingungen zu identifizieren, die möglicherweise für das Roaming ausschlaggebend waren.

Wir waren allerdings enttäuscht, festzustellen, dass Analyzer Pro derzeit nicht in der Lage ist, Kunden die Möglichkeit zu geben, mit einem Teil der Adapter ganz bestimmte Kanäle im Auge zu behalten, während die übrigen Adapter quer über den Rest der Kanäle scannen.

Komplizierte Einstellungen

Beim Start mit Analyzer Pro mussten wir zuerst die Adapter auswählen, die wir für die Untersuchung einsetzen wollten. Hatten wir mehrere Adapter herausgepickt, war es nötig, jeden Adapter auf einen einzelnen, spezifischen Kanal einzustellen. Haben wir jedoch nur einen Adapter ausgewählt, durften wir diesem entweder einen bestimmten Kanal vorgeben oder eine Erkennung über alle Kanäle hinweg ansetzen.

Um zwischen den Modi zu wechseln, muss man Analyzer Pro schließen und neu starten. Das bedeutet, um einen breiten Scan der lokalen Netzwerkumgebung durchzuführen, um die Kanäle zu finden, auf denen die vorhandenen Access Points funken, und dann eine gezielte Analyse auf einem dieser Kanäle zu starten, ist es nötig, die Software zwischen diesen beiden Aktivitäten zu beenden und neu zu starten. Genauso wenig konnten wir mit zwei Sensoren einer Übergabe beiwohnen, während wir mit dem dritten einen Rundumscan laufen lassen.

Wir würden auch nicht empfehlen, einen Adapter am Rechner anzuschließen oder herauszuziehen, während Analyzer Pro läuft. Wir bekamen plötzlich einen Blue Screen zu sehen, als wir das versucht haben.

»Als wir die Multi-Adapter-Funktion entwickelt haben, geschah dies vor allem, um zwei primäre Szenarios abzudecken: WLAN-Client-Roaming-Analysen und die Möglichkeit, sich auf drei Kanäle zu konzentrieren, ohne dabei Datenverkehr zu verpassen«, sagt Dilip Advani, Chef-Produktmanager von AirMagnet. »Für beide Anforderungen ist es nötig, auf diese Kanäle fixiert zu bleiben, daher diese Implementierung.«

Advani fährt fort: »Technisch gesehen sind wir nicht eingeschränkt und können zwei Adapter auf einen Kanal zu fixieren, während einer scant, und wir werden dies künftig auch in Betracht ziehen.«

Neues Dashboard für schnellen Zugriff

Analyzer Pro 9.0 enthält ein neues Dashboard, das den Netzwerk-Status und Probleme anzeigt, die ein sofortiges Einschreiten erfordern. Es liefert sekundengenaue Updates, die die meistgenutzten Netze nach Auslastung, Vieltelefonieren, Kanalnutzung und globaler Anzahl an genutzten WLAN-Sicherheitsmaßnahmen anzeigt. Anwender dürfen das Dashboard mit zusätzlichen Statistiken anpassen, die zum Beispiel die Access Points mit der höchsten Sicherheit oder Performance hervorheben. Allerdings kann das Dashboard nur maximal sechs Statistiken gleichzeitig anzeigen.

Die Vorgängerversionen von Analyzer Pro haben den Nutzer stattdessen vor eine Ansicht mit allen erkannten Geräten gestellt. Diese Ansicht steht nun im neuen Geräte-Tab zur Verfügung. Version 9.0 macht auch die Filterung der gefundenen Geräte wie Access Points, Funkstationen und Ad-hoc-Verbindungen leichter.

Im Moment kann Analyzer Pro 9.0 Geräte, die via WiFi Direct verbunden sind, nicht besonders markieren, allerdings prüfen die Verantwortlichen von AirMagnet diese Möglichkeit für die neue Spezifikation im Labor.

Version 9 verbessert auch die Verbindungstests, die WLAN-Administratoren zur Verfügung stehen, und erweitert sie um neue FTP- und HTTP-Performance-Tests zusätzlich zu den Ping- und Trace-Tests, die zuvor bereits integriert waren. Die neue Version erlaubt es, Profile für jeden Verbindungstest anzulegen – jetzt One Touch Connection Test genannt – was es einfacher macht, die Geschwindigkeit gezielt mit bestimmten Online-Diensten zu prüfen, ohne dafür den Test jedes Mal neu anzulegen.