Studie: Cloud-Verträge können Kundenrechte verschlechtern

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Britische Juristen prüften 31 Verträge von 27 Cloud-Anbietern und kamen zu dem Schluss, dass viele Abkommen gefährliche Klauseln enthalten, die sich negativ auf den Käufer auswirken können.

Das Cloud Legal Project der Queen-Mary-Universität in London untersuchte Cloud-Verträge und brachte Projektleiter Professor Christopher Millard zur Nennung eines Western-Titels (mit modernerem Anhängsel): »The Good, the Bad and the Ugly of Cloud Computing«.

Wildwestmanier wirft er zahlreichen Anbietern vor, denn häufig versteckten sich in den Verträgen zu den Services auch Klauseln in schwer verständlicher Juristen-Ausdrucksweise, in denen die Anbieter sämtliche Verantwortung von sich weisen – zum Beispiel bei Datensicherheit oder Server-Verfügbarkeit.

Die Rechtsgelehrten und Jura-Studenten, welche die Studie durchführten, wurden zwar von Microsoft gesponsert, durften jedoch wissenschaftlich unabhängig bleiben. Zahlreihe juristische und regulatorische Komponenten des Cloud Computing wurden untersucht. Und weil es so einfach ist, Dinge als Cloud-Service zu arrangieren, ist es auch ebenso einfach, wichtige Punkte zu übersehen, meint Millard. Die Einfachkeit lulle den Kunden richtiggehend ein, der dann unversehens wichtige Daten und Prozesse dem Cloud-Anbieter anvertraue.

Einige Verträge hätten sämtliche Verantwortung bei Datensicherheit von ich gewiesen, andere behielten sich das Recht vor, Kundenverträge einfach aufzulösen, wenn sie nicht ausreichend genutzt würden – Letzteres könnte wichtig werden, wenn nur von Zeit zu Zeit ein Backup für späteres Wiederherstellen verlorener Daten gezogen wird – und plötzlich alle weg ist. Manche Verträge geben nicht einmal Gründe an, warum ein Kunden-Acount einfach gelöscht werden kann. Andersherum gibt es Anbieter, die Nutzerdaten nur noch dann freigeben, wenn diese per Gerichtsbescheid eingefordert werden.

Einige der Cloud-Provider in anderen Kontinenten würden sich bei Rechtsstreitigkeiten vorbehalten, die Gerichtstermine am lokalen Bezirksgericht ihres Firmensitzes abzuhalten – Reisekosten dahin zahlt natürlich der Kunde.

Am Schlimmsten empfanden die Forscher jedoch einige Verträge, die sich vorbehielten, jederzeit die Konditionen zu ändern, indem sie ihre neuen Geschäftsbedingungen einfach im Internet veröffentlichen. Ohne Hinweis. Die Kunden seien hier gezwungen, regelmäßig komplexes juristisches Material herunterzuladen und zu überprüfen, moniert Millard.

»Die wichtige Botschaft ist: Alle Klauseln sorgfältig durchlesen, bevor man etwas unterschreibt«, sagt er, denn unerwartete Risiken würden beim Auslagern von Storage, Software und anderen Diensten immer lauern.

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