Hasso Plattner: Oracle will SAP beschädigen

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Im Streit zwischen Oracle und SAP um die Spionageaffäre bei der SAP-Tochter TomorrowNow hat sich nun erstmals SAP-Gründer Hasso Plattner zu Wort gemeldet. Er wirft Oracle-Chef Larry Ellison vor, den Sachverhalt gnadenlos auszunutzen.

Die Sache sei denkbar blöd, sagte Plattner dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. »Larry hat das Potential gesehen und liebt es, aufzubauschen – und das macht er jetzt.« Natürlich habe SAP seine Sorgfaltspflicht verletzt, doch es sei offensichtlich: »Oracle will, so weit es geht, die Reputation von SAP beschädigen.«

SAP hatte das US-Unternehmen TomorrowNow im Jahr 2005 übernommen und 2008 dichtgemacht, nachdem herauskam, dass sich Mitarbeiter Zugang zum geschützten Support-Bereich von Oracle verschafft und dort fleißig Software und Info-Material heruntergeladen hatten. Die Verantwortung dafür hat man mittlerweile übernommen, betont aber weiterhin, selbst nicht in die Vorfälle verwickelt zu sein – sie würden lediglich TomorrowNow betreffen.

Bill McDermott, der gemeinsam mit Jim Hagemann Snabe zu Jahresbeginn SAP-Chef Léo Apotheker ablöste, entschuldigte sich vergangene Woche vor Gericht sogar bei Oracle. Das sei spontan geschehen, sagte er dem Spiegel. »Keine Frage: Wir haben einen Fehler gemacht. Wir haben diesen Fehler offen zugegeben, haben uns entschuldigt und bieten Oracle eine angemessene Entschädigung für den relativ geringfügigen Schaden, der verursacht wurde.«

Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, darüber gehen die Ansichten auseinander. Während SAP von einem geringen Schaden spricht, bezifferte ihn Larry Ellision Anfang November vor Gericht auf mehrere Milliarden Dollar.