Umwelt-Preis für Nokia Siemens Networks

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Für seinen umweltbewussten Umgang mit Geschäftsreisen hat der Telekommunikationskonzern gerade den CSR-Mobilitätspreis erhalten. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen seit 2009 8000 Tonnen CO2 eingespart. Auch an einer Elektroauto-Initiative ist der TK-Konzern beteiligt.

Der CSR-Mobilitätspreis wurde dieses Jahr zum zweiten Mal vergeben. Dahinter stecken das Fachmagazin »Der Mobilitätsmanager«, der ökologische Verkehrsclub VCD und der »Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. (B.A.U.M.)«. Der Preis soll »erfolgreiche Initiativen für ein nachhaltiges Reisemanagement honorieren und bekannter machen«.

Verdient hat ihn sich Nokia Siemens Networks nach eigenen Angaben durch sein umweltbewusstes Mobilitätsmanagement. Allein an deutschen Standorten wurden damit seit 2009 etwa 1,7 Millionen Liter Treibstoff für die Firmenflotte und 8000 Tonnen CO2 eingespart.

Videokonferenzen statt Dienstreisen
Viele Dienstreisen wurden im Unternehmen durch Videokonferenzen ersetzt. Der Konzern verfügt inzwischen über 34 multimediale »Halo Rooms«. 2009 wurden elf Stück eingerichtet, davon vier in Deutschland. Diese sind angeblich pro Tag durchschnittlich fünf Stunden belegt.

Außerdem hat Nokia Siemens Networks in Deutschland eine neue Richtlinie eingeführt, wonach Dienstwagen künftig nicht mehr als 240 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen.

Als besonders ehrgeizig darf dieser Wert freilich nicht gelten. Ein Porsche Cayman beispielsweise stößt 221 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Damit könnten Manager von Nokia Siemens Networks auch diesen Sportwagen noch ohne schlechtes Gewissen fahren. Audi gibt für seine stattliche Limousine A8 L einen CO2-Ausstoß von 176 Gramm pro Kilometer an. So gesehen dürfte auch die Luxus-Limousine bei Nokia Siemens Networks noch mitfahren.

Grenzwert wird gesenkt
Immerhin will das Unternehmen nach eigenen Angaben den zugelassenen Wert in Zukunft schrittweise bis auf 139 Gramm pro Kilometer senken. Damit müssten sich die Mitarbeiter mit einem kleineren Auto bescheiden, beispielsweise einen Audi A3 (109 g/km). Ein Porsche wäre dann nach heutigem Stand der Technik nicht mehr drin.

Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks, die nicht mit dem Dienstwagen fahren dürfen, erhalten die Unterstützung ihres Arbeitgebers für das »Umwelt-Plus«-Angebot der Bahn, womit die Verwendung von Ökostrom gefördert wird. Angeblich wurden dadurch in nur einem Jahr 149 Tonnen Treibhausgase vermieden.

Umstieg auf erneuerbare Energien
Auch beim Stromversorger will Nokia Siemens Networks künftig stärker auf die Umwelt schauen. Bis Ende 2010 soll der deutsche Standort seinen Energiebedarf zu 70 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen, bis 2011 zu 85 Prozent.

Mitarbeit bei Initiative Smart Wheels
Daneben will das Unternehmen aber auch beim Thema Elektro-Auto Flagge zeigen. Wie gestern mitgeteilt wurde, unterstützt der TK-Anbieter die deutsche Elektroauto-Initiative Smart Wheels. Ein Feldversuch in Aachen soll zeigen, wie Elektroautos im Alltag sich beim Aufladen an verschiedenen Standorten bewähren. Laut Nokia begründet sich das Engagement damit, dass es »große Parallelen zwischen Telekommunikations- und Energieversorger-Netzen« gebe, wie Peter Wolters, Konsortialführer des Projektes Smart Wheels in einer Pressemitteilung erklärt.

Die Homepage der Elektroauto-Initiative Smart Wheels, an der auch Nokia Siemens Networks beteiligt ist.

Roaming für Elektroautos
Dahinter steckt der Grundgedanke des Roamings. So wie Mobilfunkteilnehmer zwischen verschiedenen Netzen doch Roaming wechseln, müssen auch die Fahrer von Elektroautos, die Batterien ihrer Fahrzeuge überall aufladen und wechseln dabei zwischen verschiedenen Stromnetzen oder Anbietern. Für den Feldversuch will Nokia Siemens Networks deshalb sein Know-how im Rahmen von Authentifizierung-, Abrechnungs-und Roaming-Funktionen einbringen. Hinzu kommen Identity Management-Lösungen des Konzerns, mit denen die Fahrer der Elektroautos sich an den Ladestationen ausweisen können.

Das Projekt Smart Wheels wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und soll IKT-Lösungen erforschen, die »eine erfolgreiche Verbreitung von Elektromobilität« unterstützen. Letztlich sollen die elektrobetriebenen Fahrzeuge in Zukunft in intelligente Stromnetze (Smart Grids) eingebunden werden.

TK-Konzern ist in 150 Ländern aktiv
Nokia Siemens Networks ist ein in 150 Ländern aktiver Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen, in den Bereichen Mobilfunk, Festnetz und konvergente Netze. Zudem bietet das Unternehmen Dienstleistungen wie Beratung und Systemintegration sowie Installation, Wartung und Managed Services. Firmensitz ist im finnischen Espoo.