Industriespionage: Larry Ellison will Milliarden von SAP

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Am Montag durfte Larry Ellison vor Gericht erklären, wie viel Geld die Datenausspäh-Affäre von 2007 kostete. Nach üblicher Manier des Oracle-Chefs hieß es wieder einmal: »Klotzen, nicht kleckern«.

Larry Ellison zündelt gerne – und gewinnt zumeist bei »Flächenbrand am Konkurrenten«. Gestern erklärte er vor Gericht, man habe durch die Spionage der SAP-Tochter TomorrowNow einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar erlitten.

Dass Mitarbeiter der mittlerweile geschlossenen TomorowNow sich Daten von der Konkurrenzwebsite bei Oracle heruntergeladen hatten, gibt auch SAP selbst auf seiner Website zum Thema zu – und hat deshalb vorsorglich schon einmal 160 Millionen Dollar für Vergleichsvereinbarungen zur Seite gelegt.

Der Streit um den reinen Umsatzausfall entspricht dabei wohl in keinster Weise den übertriebenen Summen von Ellison – der nennt als Schadenssumme auch vier Milliarden Dollar, die eine Lizenz für die SAP-Tochter gekostet hätte, um offiziell auf Server und Services von Oracle zugreifen zu dürfen.

Ellison will auch den jetzigen HP-Chef und ehemaligen SAP-Leiter Léo Apotheker in den Zeugenstand rufen lassen – ob er nun kommt, ist fraglich, denn die HP-Investoren dürften im derzeitigen Zwist mit Larry Ellison etwas dagegen haben, ihren neuen CEO zu Oracles Hilfe aussagen zu lassen.

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