Cisco-Studie: Mitarbeiter wollen zu Hause arbeiten

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Immer mehr Mitarbeiter würden es vorziehen, unterwegs oder zu Hause zu arbeiten. Den dafür nötigen Zugang zum Unternehmensnetz wollen die IT-Manager aber oft nicht bereitstellen. Sie fürchten um die Sicherheit, wie ein Report von Cisco jetzt behauptet.

Die Idee, zu Hause oder unterwegs zu arbeiten und bei Bedarf aufs Firmennetzwerk zugreifen zu können, gefällt offenbar immer mehr Mitarbeitern. Das geht aus einem Report des Netzwerk-Spezialisten Cisco hervor. 60 Prozent der in diesem Report Befragten gaben an, dass die persönliche Anwesenheit für ihre Produktivität gar nicht mehr nötig sei.

Schlechteres Gehalt, dafür im Home Office
Das allein ist nicht besonders überraschend, aber zwei Drittel der Befragten würden für eine »virtuelle Arbeitsumgebung« mit mobilem Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk auch den Job wechseln – sogar, wenn sie dafür schlechter bezahlt werden.

Der Report entstand auf Basis einer Online-Umfrage in 13 Ländern. Mitgemacht haben 1303 Nutzer und 1309 IT-Entscheider. Der Report ist auch als Video-Broadcast auf der Cisco-Seite abrufbar.

Freie Arbeitsplatzwahl verbessert Loyalität
66 Prozent wollen auch mit ihren privaten Endgeräten Daten mit dem Firmenserver austauschen. Und bei immerhin 13 Prozent verstärkt die Möglichkeit, frei entscheiden zu können, wo man arbeitet, auch die Loyalität zum Arbeitgeber.

Könnte, würde, hätte – vieles davon ist noch Wunschdenken. Denn der Cisco-Report »Connected World Report« stellt fest gleichzeitig fest, dass die Arbeitgeber für diese Ansprüche der Mitarbeiter noch nicht ausreichend gerüstet sind. Denn weltweit haben nur 43 Prozent der befragten Teilnehmer aus der Studie den gewünschten mobilen Zugriff aufs Unternehmensnetzwerk.

Deutschland ist laut Cisco in dieser Hinsicht geradezu ein Entwicklungsland. Hier können nur 23 Prozent von unterwegs oder vom Home Office aufs Unternehmensnetzwerk zugreifen. Dabei würden 72 Prozent dies als »wichtiges Privileg empfinden«.

IT-Manager haben Sicherheitsbedenken
Ein Hauptgrund für die mangelnde Bereitschaft oder Fähigkeit, der Belegschaft virtuelle Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, liegt offenbar in den Sicherheitsbedenken der IT-Manager. Denn 72 Prozent der IT-Verantwortlichen in Deutschland geben Sicherheitsprobleme als Grund an. Im Europa sind dies 55, weltweit 57 Prozent. Weltweit nennen 34 Prozent auch niedrige Budgets als Ursache und immerhin 17 Prozent argumentieren mit mangelnden Erfahrungen der Nutzer.

Cisco hat die Lösung
Diese Probleme, vor allem die Sicherheitsbedenken will Cisco mit seiner eigenen Technologie ausräumen. Beispielsweise mit der Technik-Plattform »Borderless Network«. Diese soll sicheren Zugriff aufs Netzwerk über alle Geräte über alle Gerätegrenzen hinweg ermöglichen. Auch der bei IT-Administratoren misstrauisch beäugte Zugriff auf Facebook soll damit gefahrlos möglich sein. Wobei einzuwenden wäre, dass die Technik kaum verhindern kann, wenn ein Kollegen Firmengeheimnisse auf Facebook ausplaudert.

Telearbeiter sitzen länger
Laut Cisco würde sich das Prinzip Telearbeit aber auch für das Unternehmen selbst durchaus lohnen. Denn 45 Prozent der Befragten, die jetzt schon unterwegs oder im Home Office arbeiten und dabei aufs Firmennetz zugreifen, arbeiten pro Tag drei bis vier Stunden zusätzlich. Das hört doch jeder Chef gerne.