EMC visiert den Mittelstand an

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Vor kurzem stellte EMC eine Lösung vor, die dem Mittelstand neue Vorteile bei der Datensicherung mit Deduplizierung bringen soll. »Dies ist aber nicht das einzige Produkt, mit dem EMC in nächster Zeit verstärkt in den Mittelstand hinein will«, verriet Dr. Thore Rabe, Director Sales der Backup und Recovery Division von EMC Deutschland, auf der SNW Europe im Gespräch im ITespresso.de.

Erweiterte Integration für optimierte Backups

EMC hat die neue Version der Backup-Software EMC NetWorker 7.6 SP1 eng mit der Deduplizierungslösung Data Domain Boost verknüpft. Diese technologische Verflechtung soll Backup-Zeiten halbieren und den Konfigurations- und Management-Aufwand für Sicherungsprozesse reduzieren. Die Management-Konsole von NetWorker zeigt jetzt sämtliche Funktionen von Data Domain übersichtlich an. Dazu zählt auch das Replikations-Management, mit dem Administratoren Backups an allen Standorten komfortabel planen und überwachen können. »Das heißt, das Protokoll erkennt die angesteuerten Maschinen und erkennt deren Funktionen«, erläutert Rabe. »Mit einer VTL ist das beispielsweise nicht machbar. Wir wollen damit weg von der Verwaltung über einzelne Maschinen hin zum Management über die Applikation.«

Nutzer der NetWorker-Software profitieren außerdem von einem Plus an Produktivität durch Neustarts am Fixpunkt, vereinfachtes Cloning und neue Funktionen für den Lastausgleich von Festplatten und das Speicher-Management. »Durch diese Integration, die bislang nur mit Symantecs OST möglich war, konnten unsere Kunden Performance-Verbesserungen von 20 bis 30 Prozent verzeichnen,« so Rabe. »Wir würden gerne noch mehr Backup-Anwendungen in Data Domain Boost integrieren, aber derzeit geben nicht alle Hersteller ihre APIs für eine Integration frei.«

EMC Data Domain Boost verbessert die Performance durch die Verlagerung von Teilen des Deduplizierungsprozesses auf den Backup-Server. Ohne Data Domain Boost sendet der Backup-Server alle Daten, unabhängig ob sie redundant oder nicht redundant sind, zur Deduplizierungsverarbeitung an ein EMC Data Domain-System. Mit der Boost-Software werden nur eindeutige Segmente an ein Data Domain-System gesendet. Durch den erhöhten Gesamtdurchsatz ermöglicht das Tool wesentlich kleinere Backup-Fenster und verbessert die Effizienz der Backup-Server. Und vor allem ist es für die Backup-Anwendung transparent, da die verteilte Segmentverarbeitung durch die Data Domain Boost Library auf dem Backup-Server erfolgt.

Das Produkt kann ab sofort direkt bei EMC oder über das weltweite Reseller-Netz bezogen werden. Kunden, die bereits NetWorker und Data Domain im Einsatz haben, können zusätzlich ein neues Dienstleistungspaket für das Design und die Implementierung ihrer Backup-Umgebung nutzen.

Technologievorsprung durch hohe Entwicklungsinvestitionen

Thore Rabe sieht den Erfolg der Backup und Recovery Division und insbesondere der Data Domain-Produkte in einem hohen Technologievorsprung gegenüber dem Wettbewerb. »Unser Developer-Team in Santa Clara hat durch seine Arbeit dafür gesorgt, dass wir derzeit einen zweijährigen Entwicklungsvorsprung zum Wettbewerb haben«, sagt er. »Allein das letzte Update unserer Deduplizierungslösung erreichte eine Leistungsverdopplung gegenüber dem Vorgängermodell. Und letztlich sprechen die Referenzen für sich. Zu unseren Kunden zählt beispielsweise das Wentworth-Douglass Hospital, das gerade die neue Lösung, den integrierten NetWorker im Data Domain Deduplizierungssystem nutzt und hohe Funktionalität, schnelle Datensicherung und gute Reduktionsraten erreicht.«

Darüber hinaus sind noch andere Kriterien laut Rabe mit dafür verantwortlich, dass Anwender viele Vorteile aus der Dedup-Technologie von EMC ziehen können. So müssen sich Kunden zum Beispiel nicht wie bei anderen Anbietern zwischen einer Deduplizierung an der Quelle (source) oder dem Ziel (target) entscheiden, da die Lösung sowohl source- als auch target-basiert ist. Das heißt, Daten können Inline und im Post-process reduziert werden.

»Wir nutzen eine andere Architektur als die meisten Hersteller«, betont Thore Rabe. »Die Performance ergibt sich bei uns nicht durch das Hinzufügen vom mehr Storage, sondern ergibt sich aus unsererer CPU-basierten Architektur. Die Maschinen laufen durchweg im Inline Verfahren und nehmen alle Performance-Herausforderungen des Kunden sorgenfrei an. Somit realisieren wir mit unseren Lösungen eine Reduktionen des Datenbestandes um den Wert von 90 Prozent, was dem Anwender einen echten Mehrwert bei der Nutzung seines Speicherplatzes bietet.«

Grundlage des Technologievorsprungs ist nicht zuletzt EMCs Bereitschaft hohe Investition in Research und Development zu tätigen. Genaue Zahlen sind derzeit nicht zu erhalten, aber das Unternehmen spült einen zweistelligen Prozentsatz seines Umsatzes zurück in die Entwicklung. Somit entstehen die Wachstumsraten des Unternehmens durch eine hohe Entwicklungsleistung.

Über das Mittelstandssegment NetApp attackieren

Künftig möchte sich EMC den Mittelstand mehr erschließen, in dem die Marktzahlen bislang nicht immer den Erwartungen entsprachen. Mit neuen Produkten und einer soliden Strategie der Backup und Recovery Devision soll sich das nun ändern. »Das Mittelstandssegment ist für uns ein sehr wichtiger Markt, den EMC bislang noch nicht wie gewünscht erreichen konnte«, sagt Rabe. »Das soll sich drastisch ändern. Wir werden aggressiver an den Markt herangehen, in erster Linie natürlich über Partner. Gerade der Mittelstand ist fast nur über Partner am besten zu adressieren, hier werden wir verstärkt arbeiten. Und es ist kein Geheimnis, das wir vor allem NetApp Marktanteile abnehmen wollen.«

Die Vorgaben sind klar und hoch gesteckt. Bis 2012 will EMC sein Midrange-Geschäft verdoppeln, da es hier enormes Potenzial sieht. Der Mittelstand soll in den nächsten Jahren zum Schwerpunktthema werden, in dem auch die Data Domain-Produkte einen festen Platz gefunden haben. Gab es nach dem Ankauf des Unternehmens noch Zweifel, ob EMC diese Lösungen mit den Avamar-Produkten überein bringen kann, so sind es heute zwei Produktlinien, die ineinander greifen.

»Es gibt zwar einige Überschneidungen mit Avamar, aber der Funktionseinsatz ist ein anderer als der der Data Domain-Produkte«, bekräftigt Thore Rabe. »Wir sehen die Avamar-Linie mit ganz klaren Vorteilen für externe Standorte, die vor allem mit Files arbeiten. Zusammen mit Data Domain-Produkten können wir einen guten Lösungsansatz bieten und nicht nur punktuell fungierende Inselsysteme. Und das ist es, was letztlich zählt. Der Anwender möchte solide und seriöse Lösungen, die ihn umfassend bei der Bewältigung seiner Anforderungen unterstützen. Wir sind dafür bestens aufgestellt und werden künftig auch im Mittelstand erfolgreiche Geschäfte abschließen.«

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