Bitkom: Deutscher ITK-Markt legt stärker zu als erwartet

Allgemein

Die Konjunktur in der ITK-Branche zieht stärker an als erwartet, weshalb der Bitkom seine Umsatzprognose für das laufende Jahr erhöht. Man rechnet nun mit einem Wachstum von 1,4 Prozent auf 141,6 Milliarden Euro, nachdem man im Frühjahr noch von einen Nullwachstum ausgegangen war.

Während der Telekommunikationsmarkt mit einem Umsatz von 63,6 Prozent nahezu auf dem Vorjahresniveau liegt, können die Bereiche Informationstechnik und Unterhaltungselektronik zulegen. Letzterer entwickelte sich laut Bitkom nicht nur wegen der Fußball-WM, sondern auch wegen neuer Trends wie 3D und Fernseher mit Internet-Anbindung überraschend gut und wird in diesem Jahr um 3,4 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro wachsen.

In der Informationstechnik ziehen die Umsätze mit Software und Services wieder an, wobei man beim Bitkom die Einführung neuer Betriebssysteme und Cloud Computing als Wachstumstreiber ausgemacht hat. Den Prognosen des Branchenverbandes zufolge werden nach einem Minus von 4,4 Prozent im Vorjahr nun wieder 1,7 Prozent mehr mit Software und Services erwirtschaftet (46,7 Milliarden Euro). Auch Hardware verkauft sich besser als gedacht, weil sich Netbooks und Tablet-PCs neben Notebooks etablieren. Beim Bitkom schätzt man, dass in Deutschland in diesem Jahr schon 450 000 Tablets verkauft werden. Dadurch wächst der Umsatz mit Computern in diesem Jahr um 4,4 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Auch Speichergeräte (plus 3,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro) und Multifunktionsdrucker (plus 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro) können zulegen.

Für das kommende Jahr prognostiziert der Bitkom für die ITK-Branche ein Wachstum von 2 Prozent auf 144,5 Milliarden Euro. Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer ist es aber wichtig zu betonen, dass das Wachstum kein Selbstläufer sei. Notwendig seien die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte, eine technologieorientierte Netzpolitik und die Beschleunigung wichtiger Hightech-Projekte der öffentlichen Hand.