Google ist der perfekte Steuerflüchtling

Politik

Bermuda-Dreieck mal anders: Nicht in den USA erwirtschaftetes Geld leitet Google über Steuerlücken in Irland und den Niederlanden ins Steuerparadies Bermuda.

»Search Engine Optimization« mal anders: Der Suchkrösus hat vermutlich die beste Steuerquote im außeramerikanischen Umfeld als jemals ein anderes US-Unternehmen erreichte. Damit habe man in den letzten drei Jahren effektiv 3,1 Milliarden US-Dollars an Steuern gespart, schieb der Wirtschaftsdienst Bloomberg vergangene Woche. Denn nur noch 2,4 Prozent seiner außeramerikanischen Einkünfte habe das Unternehmen versteuern müssen.

Das muss wohl auch die US-Regierung erbost haben, die vermutlich noch viel höhere Summen flöten gehen sieht. Barack Obama versuchte es nun am Freitag auf die nette Tour und traf sich zum netten Schnack mit dem Google-Führungsteam. Im Haus von Google-Managerin Marissa Mayer habe man sich getroffen, schreibt der Washington Examiner, um jedem Besucher zumindest eine Eintrittsgebühr von 30.400 Dollar abzuknöpfen.

Klar musste Obama diplomatisch sein und nannte die Steuerflucht nicht – denn einerseits braucht man die Suchmaschine noch für die nächste politische Kampagne, und andererseits spenden 75 Prozent der politisch aktiven Google-Angestellten ihr Geld an die Demokratische Partei.

So wird der erfolgreiche Optimierer von Suchen (und Steuern) umworben, obwohl der US-Präsident – ohne Nennung von Namen – gegen Firmen wettert, die ihre Gelder trickreich am Fiskus vorbei leiten.

Aber innovativ sind sie schon, »die Googles« – vermutlich haben sie die Steuer-Umgehungsmöglichkeiten mit Hilfe ihrer eigenen Suchmaschine gefunden.

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