Nokia: Der neue Chef strukturiert um

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Das dritte Quartal 2010 lief für Nokia zwar besser als erwartet, dennoch steckt der finnische Handy-Hersteller mitten im Umbruch. Der erst Ende September von Microsoft gekommene Nokia-Chef Stephen Elop will umstrukturieren und 1800 Stellen streichen.

Für den kriselnden Handy-Hersteller Nokia lief das zurückliegende Quartal weniger schlecht als erwartet. Man konnte den Umsatz um 5 Prozent auf 10,27 Milliarden Euro steigern und statt eines Verlustes von 913 Millionen Euro wie im Vorjahresquartal einen Gewinn von 322 Millionen Euro ausweisen.

Nokia verkaufte 110,4 Millionen Geräte. Das sind zwar nur magere zwei Prozent mehr als im dritten Quartal 2009, doch das lag vor allem an den Einbußen im Geschäft mit einfachen Handys. Der Smartphone-Absatz stieg um 61 Prozent auf 26,5 Millionen und mit neuen Modellen wie dem N8 rechnet man sich durchaus weitere Erfolgschancen aus.

Dennoch besteht bei Nokia dringender Handlungsbedarf, konnte die Konkurrenz zuletzt doch stärker zulegen und den Finnen Marktanteile abjagen. Auch ein schrumpfender operativer Gewinn wie im dritten Quartal 2010 ist kein gutes Zeichen, doch für den Quasi-Neuanfang holte man Ende September den Microsoft-Manager Stephen Elop als neuen Nokia-CEO an Bord.

Der erklärte, er habe in seinen fünf Wochen bei Nokia ein Unternehmen mit vielen Stärken kennengelernt. Doch man befinde sich in unruhigen Zeiten und die jüngsten Ergebnisse hätten gezeigt, dass man Nokias Rolle im Markt und die Vorgehensweisen des Unternehmens neu bewerten müsse. Darum will Elop die Restrukturierung vorantreiben und den Konzern effizienter machen. Vor allem die Produktentwicklung im Smartphone-Bereich soll vereinfacht werden, um schneller auf Kundenwünsche reagieren und schneller mit neuen Geräten auf dem Markt seien zu können. Dazu gibt es Veränderungen im Service-Bereich, bei den Forschungsaktivitäten und in der Verwaltung. Alles in allem sollen bis zu 1800 Stellen wegfallen.