Amazon USA im Kampf um Wachstum

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Obwohl der größte Onlineshop der Welt noch satte Gewinne und gute Umsätze einfährt, enttäuscht er die Börsianer, die Wachstum um jeden Preis erwarten.

»Nur noch« 16 Prozent Gewinnsteigerung hinkt den Erwartungen an Amazon hinterher, berichten Wirtschaftsmagazine , am Ende des Quartals könnte sogar gar keine Gewinnsteigerung mehr übrigbleiben. Grund ist Amazons starker Kampf um Kunden durch Rabatte und Werbung, um trotz der schlimmsten US-Wirtschaftsstagnation seit Jahrzehnten und stärker werdender Mitbewerber die Kunden an sich zu binden. Die Rabatte und Werbekosten aber fressen die Rendite auf.

Als Amazon gestern seine Quartalszahlen bekanntgab; klang es erst noch gut: Umsatzsteigerung von 39 Prozent auf 7,6 Milliarden US- Dollar und eine Gewinnsteigerung um 16 Prozent. Doch stopp: Nur 16 Prozent? Das hinkt ja den Erwartungen um ganze 231 Millionen hinterher!

Amazon-Gründer Jeff Bezos spricht von den besten Preisen, der größten Auswahl und den vollsten Lagern der Firmengeschichte zum Weihnachtsgeschäft, von einer großen Werbekampagne und wie er die Käufer auf eine Seite zieht.

Doch genau das gefällt den Börsen-Analysten nicht, sie sagen es laut, und schon ist Amazons Aktie in nur einem Tag vier Prozent weniger wert. Muss Bezos also auch in diesem Quartal ein »Börsen-Schlachtfest« über sich und seinen Aktienbesitz ergehen lassen?

Sein E-Book-Reader Kindle ist inzwischen billiger, aber trotzdem längst nicht frei von Konkurrenz: iPad, Nook und neue Player knabbern am Geschäftsanteil bei Lesegeräten und EBooks. Bei Elektronikartikeln muss sich Amazon ebenfalls in einen Preiskrieg stürzen, um noch Marktanteile gegenüber Konkurrent eBay zu behaupten.

Die »Aldisierung des Internets« hat also längst begonnen.

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