Knapp 250 000 Widersprüche gegen Google Street View (Update)

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Als Google ankündigte, Street View in Deutschland starten zu wollen, gab es Proteste von Datenschützern und Politikern. Bei der Bevölkerung ist der Widerstand gegen den Dienst nicht so groß, wie sich jetzt zeigt.

Google zufolge haben nur 244 237 der 8 458 084 in 20 deutschen Städten abgelichteten Haushalte die Unkenntlichmachung ihrer Häuser beantragt. Das sind knapp 2,9 Prozent. Abzuwarten bleibt allerdings, ob es zu einer Widerspruchswelle kommt, wenn der Dienst letztlich startet, denn auch dann lassen sich noch Widersprüche einreichen.

Die bis zum 15. Oktober eingegangenen Anträge sollen bis zum Start von Street View bearbeitet werden, was laut Google aber gar nicht so einfach ist. Man betreibe einen sehr großen Aufwand, doch in einigen Fällen könnten die Adressen nicht eindeutig zugeordnet werden, schreibt Google in einem Weblog, weil die Angaben nicht lesbar sind oder die Beschreibung des Gebäudes nicht eindeutig. Die Antragsteller müssten dann die in Street View integrierte Funktion nutzen, um das richtige Gebäude auszuwählen und seine Unkenntlichmachung zu beantragen.

((Update))

Der Bundesbeauftrage für den Datenschutz, Peter Schaar, hält die Zahl der Widersprüche für sehr hoch. »Ich kenne kein vergleichbares System, bei dem so viele Menschen in so kurzer Zeit der Verwendung ihrer Daten widersprochen haben – und das sogar schon vor Inbetriebnahme des Dienstes«, sagte er. Wäre das Widerspruchsverfahren einfacher gewesen, hätte es seiner Meinung noch viel mehr Widersprüche gegeben.