Studie: Unternehmen setzen verstärkt auf Linux

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Einer Studie der Linux Foundation zufolge werden in den nächsten Jahren weitaus mehr Linux-Server in Betrieb genommen als Windows- und Unix-Server. Kostenerwägungen spielen dabei nicht mehr die größte Rolle, denn in Firmen schätzt man mittlerweile andere Vorzüge des Betriebssystems.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 1900 Teilnehmern, die die Linux Foundation im August und September 2010 gemeinsam mit der Yeoman Technology Group durchgeführt hat. Den Schwerpunkt der Auswertung legte man bei den 387 Personen aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz über 500 Millionen Dollar, um Trends in Großunternehmen zu ermitteln. Die Ergebnisse sind interessant, zeigt doch kein anderes Betriebssystem ein derartiges Wachstumspotenzial: Immerhin 76,4 Prozent der Unternehmen wollen in den nächsten Jahren weitere Linux-Server in Betrieb nehmen, während die Einführung weiterer Windows- oder Unix-Server nur bei 41 beziehungsweise 21 Prozent geplant ist. Mehr noch: fast ein Fünftel der Unternehmen will die Zahl solcher Systeme sogar reduzieren!

Knapp 80 Prozent der Befragten erklärten, sie würden mehr Linux- als andere Systeme in den nächsten fünf Jahren einführen. Als Wachstumstreiber müssen nicht mehr in erster Linie die Kosten herhalten, denn Unternehmen schätzen an Linux mittlerweile andere Dinge. Sie greifen zu dem Betriebssystem wegen seiner technischen Überlegenheit und der Sicherheit, wie sie in der Befragung angaben. Das zeigt, dass sich die Sichtweise auf Linux gewandelt hat, man hält es mittlerweile für ausgereift und zuverlässig. So überrascht es auch nicht, dass 60,2 Prozent planen, Linux künftig stärker mit geschäftskritischen Workloads zu betrauen als sie das bisher taten.

Zwei Drittel der Befragten führen komplett neue Systeme ein, auf denen Linux zum Einsatz kommen soll. Bei einem Großteil der Befragten werden Linux-Systeme aber auch solche mit Windows (36,6 Prozent) und Unix (31,4 Prozent) ersetzen. Gebremst werden könnte diese Entwicklung allenfalls vom viel beschworenen Fachkräftemangel, denn eine der größte Sorgen bei 38,3 Prozent der Befragten ist es, nicht genug Mitarbeiter mit Linux-Know-how zu finden.

Das Trendthema Cloud Computing spielt überraschenderweise bei vielen Unternehmen kaum eine Rolle, nur 26 Prozent wollen Anwendungen in den nächsten zwölf Monaten in die Cloud verlagern. Wo dies geplant ist, ist Linux allerdings erste Wahl – 70,3 Prozent sehen das Betriebssystem als ihre primäre Cloud-Plattform.

86,5 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Linux weiter verbessert. Die gestiegene Wertschätzung lässt sich auch daran ablesen, dass in 60 Prozent der Unternehmen die CIOs Linux mittlerweile eine strategische Bedeutung einräumen.