W3C warnt: HTML5 ist noch nicht bereit für den Massenbetrieb

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HTML5 soll Vieles können und bewegt bereits die Gemüter vieler Internet-Unternehmer. Der Standard sei aber noch gar nicht ratifiziert, zu frühe Implementationen könnten sich als Rohrkrepierer erweisen, warnt die offizielle Webstandardgruppe W3C.

Philippe Le Hegaret, »interaction domain leader« bei der W3C, erklärte gegenüber Technikjournalist Jason Hiner: »Das Problem, mit dem wir derzeit konfrontiert sind, ist eben, dass so viel Presse-Echo und Unternehmenswünsche rund um HTML5 da sind, dass wir uns in Interoperabilitätsprobleme bei den frühen Einzelgänger-Implementierungen verrennen«. Es sei ein bisschen zu früh, um schon zu behaupten, man entspreche dem neuen HTML5-Standard. Der sei schließlich noch nicht einmal ratifiziert.

Hiner reagierte mit seinen Nachfragen auf Worte, die er in der aktuellen Draft-Version der offiziellen Spezifikation fand: »Entwickler sollten sich klar sein, dass diese Spezifikation nicht stabil ist. Wer sich nicht an den Diskussionen hier beteiligt, dessen Produkt könnte wahrscheinlich bald inkompatibel sein«. Ein Beispiel sei die im HTML5-Browser integrierte Videofunktion: Einen offiziellen Videocodec gebe es noch gar nicht, auch wenn Google seinen eigenen Codec vorsichtshalber schon mal zur OpenSource-Lösung erklärt habe, und auch für die Desktop-ähnlichen Funktionen habe man sich noch nicht über eine Technik dahinter geeinigt.

»Bis Mitte 2011 wollen wir aber bereit sein«, erklärte Le Hegaret. »Erst dann wird die W3C den Standard öffnen für einen ‘Final Call’ der Mitglieder – und erst danach die Empfehlungsphase beginnen«. Jason Hiner folgert, dass beim üblichen Kampf der Firmen um den Einsatz ihrer Techniken vermutlich erst Anfang 2012 alles rund um das offizielle HTML5 fertig ist.

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