Ubuntu 10.10 ist da

BetriebssystemOpen SourceSoftwareWorkspace

Wie geplant wurde am 10.10.2010 das neue Ubuntu 10.10 veröffentlicht, das unter dem Codenamen Maverick Meerkat entwickelt wurde. Anders als beim Vorgänger Lucid Lynx, der im April erschien, handelt es sich nicht um eine LTS-Version, so dass es nur bis April 2012 Support gibt.

Ubuntu 10.10 basiert auf dem Linux-Kernel 2.6.35.4, der den Support für Intels Sandy-Bridge-Chipsätze ebenso verbessert wie die Multitouch-Fähigkeiten. Canonical hat den Installer überarbeitet und größere Veränderungen am Ubuntu Software Center vorgenommen, das nun in einem Verlauf anzeigt, welche Pakete zuletzt installiert, aktualisiert oder entfernt wurden. Es gibt neue Ansichten für neue und empfohlene Pakete und die Möglichkeit, kostenpflichtige Programme zu erwerben.

Der Gnome-Desktop ist nun in Version 2.32 an Bord, der Mail-Client Evolution in Version 2.30, die gegenüber dem Vorgänger in Ubuntu 10.04 LTS vor allem an Geschwindigkeit gewonnen haben soll. Shotwell ersetzt F-Spot bei der Fotoverwaltung und Gwibber, das den Kontakt zu Social Networks hält, ist schneller geworden und kommt auch mit dem neuen Authentifizierungssystem von Twitter zurecht.

Mit Ubuntu Font bringt die neue Ubuntu-Version eine eigens entwickelte Schriftart mit, die gleich zur neuen Standardschrift befördert wurde und alle Anwendungen, Menüs und Dialoge ziert. Sie soll in den nächsten Monaten noch erweitert werden, beispielsweise um Zeichen weiterer Sprachen und eine nichtproportionale Variante für den Einsatz auf Terminals.

Die Entwickler haben den Online-Dienst Ubuntu One besser in das Betriebssystem integriert, unter anderem durch einen überarbeiteten Anmeldeprozess und neue Konfigurationsmöglichkeiten für die Synchronisation von Verzeichnissen im Dateimanager Nautilus. Zudem soll die Synchronisation von Dateien nun deutlich schneller ablaufen als bisher.

Mit Ubuntu 10.10 gibt es auch neue Versionen der Ubuntu-Ableger Ubuntu Netbook Edition, Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu, Ubuntu Studio und Mythbuntu. Die Ubuntu Netbook Edition hat mit Unity eine neue Oberfläche spendiert bekommen, die für kleinere Displays optimiert ist, Kubuntu setzt auf die KDE-Version 4.5.1 und neuerdings Rekonq als Standard-Browser.

Bei der Ubuntu Server Edition wurde vor allem die Cloud-Unterstützung verbessert, etwa durch neue Optionen im Konfigurationstool CloudInit und ausgefeiltere Möglichkeiten bestimmte Befehle und Skripte beim Boot-Vorgang zu starten. Damit interessierte Nutzer sich von den Neuerungen überzeugen können, hat man ein »Ubuntu Server on Cloud 10«-Programm aufgelegt, über das man Ubuntu 10.10 Server Edition in Amazons EC2 für eine Stunde kostenlos ausprobieren kann.