Oracle-Chef Ellison: »Schluss mit dem Wahnsinn!«

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Auf Wahnsinn hätte Larry Ellison sicher gerne selbst ein Patent. Aber erst einmal regt er sich lieber über den besagten solchen von anderen auf. Genauer gesagt den angeblichen Wahnsinn von HP.

Zwar haben sich Oracle und HP nach heftigem Streit wegen der Übernahme des umstrittenen Ex-HP-Chefs durch Oracle doch wieder zusammengefunden – aber wohl doch nur rein geschäftlich. Für gemeinsame Angebote aus Hard- und Software. Persönlich kann man sich wohl noch immer nicht ausstehen, zeigen aktuelle Vorkommnisse.

HP machte den Versöhnungsdeal wohl mit, weil es noch jeden Kunden mitnehmen will, den das Unternehmen mit Gesamtlösungen bekommen kann – bevor Oracle mit der erworbenen Sun-Hardware so weit ist, den Kampf mit Größen wie HP und IBM aufzunehmen. Und Oracle tut alles, um von der reinen Software-Ecke auch in den Hardwarebereich vorzustoßen.

Doch IBM glaubt sicher, das packt Oracle noch nicht so schnell, und gerade der eben beendete und dann doch wieder aufbrennende Streit zwischen Oracle und HP bestärkt Big Blue in dieser Ansicht. Man habe ja immerhin schon 500 (verunsicherte?) Kunden der HP-Oracle-Kooperation abwerben können, frohlockt IBM. Insgeheim glaubt wohl auch Oracle selbst, noch mehr Hardware-Know-how zu benötigen.

Um davon abzulenken, stürzt sich Larry Ellison wieder in seine industriebekannten Fehden – erneut mit HP. Er kritisiert die Entscheidung Hewlett-Packards, mit Leo Apotheker ausgerechnet seinen ehemaligen Erzfeind von SAP als neuen Chef auserkoren zu haben. Der sei schließlich unfähig. Dessen Versuch, SAP-Großkunden mehr Wartungsgebühren abzuverlangen (»Apotheker-Preise« war damals der Branchenspott dazu), war seinerzeit wohl als Schuss nach hinten losgegangen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Wall Street Journal spuckte Ellison per Mail aus, er sei »absolut sprachlos« darüber, dass ausgerechnet Apotheker jetzt Mark Hurd ersetzen soll. HP habe doch mehrere gute interne Kandidaten gehabt, und nun stelle man ausgerechnet jemanden an, der gefeuert worden sei, weil er bei SAP einen schlechten Job gemacht habe. Aber keines der Aufsichtsratsmitglieder besäße viele HP-Aktien, also hätten sie ja nichts zu verlieren, wetterte der Software-Titan.  »Eigentlich müsten die doch jetzt reihenweise zurücktreten«

Das WSJ sendete die böse Mail an die HP-Pressestelle mit der Bitte um eine Stellungnahme. Die Antwort war zu erwarten: Ellisons Hasstirade sei es nicht wert, überhaupt kommentiert zu werden.

Ellisons überstarkes Selbstbewusstsein und der Grund dafür zeigen sich in einem alten Interview auf YouTube. Darin sagt er auch: »Alle anderen müssen scheitern«. µ

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