Milliardenübernahme: IBM kauft Netazza

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Auch wenn IBM-Chef Sam Palmisano kürzlich noch erklärte, man habe teure Übernahmen nicht nötig, so zeigt das aktuelle Geschehen doch, dass IBM massiv auf Einkaufstour ist.

So will Big Blue den Datenanalyse-Spezialisten Netazza übernehmen, mit dem man bereits seit Jahren eng zusammenarbeitet. Die Appliances von Netazza basieren auf IBM-Systemen und werden von vielen Firmen im Zusammenspiel mit IBM-Software genutzt. Zudem sind beide Unternehmen strategische Partner im Bereich Workload-Optimierung, so dass man die gemeinsame Arbeit nun auf eine neue Stufe heben will. IBM bietet 27 Dollar pro Netazza-Aktie, womit die gesamte Transaktion ein Volumen von 1,7 Milliarden Dollar hätte.

Netazza hat rund 500 Mitarbeiter und zählt etwa 350 Firmen zu seinen Kunden, darunter auch Branchengrößen wie Time Warner und Virgin Media. Die Netazza-Appliances sollen komplexe Analysen bis zu 100 Mal schneller erledigen als klassische Systeme und so Unternehmen bei der Auswertung ihrer Geschäftsdaten helfen.

IBM geht davon aus, die Übernahme im vierten Quartal 2010 abzuschließen, noch müssen allerdings die Netazza-Aktionäre und die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Damit setzt IBM seine Einkaufstour fort, für die laut IBM-Chef Palmisano 20 Milliarden Dollar bereitstehen. Erst in der vergangenen Woche kaufte man für eine nicht genannte Summe den Business-Intelligence-Anbieter OpenPages, zuvor bereits den Marketing-Spezialisten Unica, die Webanalyse-Firma Coremetrics und den Systemmanagement-Anbieter BigFix.