Hanvon Touchpad B10 im Test

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Nach dem Hype um das iPad bringen immer mehr Hersteller eigene Tablets auf den Markt, etwa Hanvon mit dem Touchpad B10, das wir uns näher angeschaut haben. Das 10,1-Zoll-Gerät basiert auf Windows 7 und ist ein vollwertiger kleiner PC inklusive Intel-CPU und USB-Schnittstellen.

Ausstattung

Das Hanvon Touchpad B10 besitzt ein Display mit 10,1 Zoll und einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln. Im Inneren arbeitet ein Intel Celeron ULV 743, der mit 1,3 GHz getaktet ist. Dazu kommen 2 GByte Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit 250 GByte. Als Betriebssystem kommt Windows 7 Home zum Einsatz, so dass man alle Programme auf dem Touchpad installieren kann, die auch auf einem Windows-PC laufen. Spezielle Apps wie beim iPad werden nicht benötigt.

Wie es bei einem PC üblich ist, besitzt das B10 viele Schnittstellen, etwa zweimal USB 2.0 und zwei Mini-HDMI-Buchsen, die sich per beiliegenden Adaptern mit VGA- und HDMI-Eingängen von Monitoren und Fernsehern verbinden lassen. Über HDMI wird eine maximale Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln erreicht, also Full HD.

GPS und UMTS hat das B10 nicht zu bieten. Unterwegs surfen ist daher nur möglich, wenn ein Hotspot (802.11b/g) in der Nähe ist oder man sein Mobiltelefon als Bluetooth-Accesspoint nutzt.

Was stört, ist das Fehlen eines Neigungssensors. Dreht man das B10, sollte sich wie beim Vorbild iPad auch der Bildschirminhalt drehen. Das funktioniert beim B10 nicht automatisch. Zwar lässt sich die Anzeige im Konfigurationsdialog zur Bildschirmauflösung um 90 Grad kippen, doch das ist zum umständlich, um diese Funktion im Alltag zu nutzen.

Ergonomie

Das Display des Touchpad B10 ist berührungsempfindlich und kommt wie das des iPads mit Multitouch-Eingaben zurecht. Die Reaktionszeiten sind kurz, allerdings benötigt man viel Übung, um die richtigen Stellen auf dem Display mit dem Finger zu treffen, vor allem bei kleinen Fenstern und Hinweisen. Zudem ist das Display nicht entspiegelt, woran man sich erst gewöhnen muss. Jede Lichtquelle, sei sie künstlich oder natürlich, wird von Display reflektiert – man sieht sich selbst häufiger als einem beim Arbeiten lieb sein kann.

Der Akku des B10 hält im Test 158 Minuten durch, was für ein Mobilgerät nicht sehr viel ist. Besser ist es daher, das Netzteil stets bei sich zu haben, was aber noch einmal das Transportgewicht erhöht. Das Touchpad selbst wiegt bereits knapp 1000 Gramm und damit deutlich mehr als das iPad. Es ist mit Abmessungen 25,3 x 16,8 x 1,8 Zentimetern auch nicht so schlank und kompakt. Zum Vergleich: das iPad ist nur 1,3 Zentimeter dick und wiegt je nach Modell zwischen 680 und 730 Gramm.

Leistung

Celeron-Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte im Touchpad B10 arbeiten recht flott, die Boot-Zeiten sind trotz Windows 7 kurz. Bilder oder Videos gibt die integrierte Intel-Grafik flüssig aus, auf HD-Material sollt man jedoch verzichten – zumindest unterwegs, um den Akku nicht über Gebühr zu belasten. Auch das Schreiben von längeren Mails und Textdokumenten findet besser nicht unterwegs statt, denn das Tippen auf der virtuellen Tastatur ist zwar möglich, aber nicht wirklich komfortabel. Am Arbeitsplatz ist es daher empfehlenswert, Maus und Tastatur anzuschließen.
Hanvon Touchpad B10

Fazit

Das Touchpad B10 von Hanvon ist zwar kein iPad, schlägt sich im Test aber gut. Es ist klobiger und schwerer als das Apple-Gerät, hat als großen Pluspunkt aber die Kompatibilität auf seiner Seite. Dank Windows 7 Home lassen sich Anwendungen wie gewohnt installieren und nutzen, vom Office-Paket bis zur Bildbearbeitung – man sollte es nur nicht übertreiben, denn dann stößt die Celeron-CPU an ihre Grenzen.

Mit den vielen Schnittstellen lässt sich das B10 wie ein Notebook einsetzen und um Peripheriegeräte erweitern. Im Test vermissen wir allerdings GPS-Modul und UMTS, und auch ein Neigungs- beziehungsweise Bewegungssensor, der beim Drehen des Tablets das Bild vom Querformat in den Portraitmodus umschaltet, wäre schön gewesen.
ITespresso.de-Logo Gut
Touchpad B10
Hersteller: Hanvon
Vertrieb: Papyrus, Ingram Micro
Preis: 799 Euro

Note: gut
Akku (30%): befriedigend
Leistung (15%): gut
Bedienung(20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Ergonomie (10%): befriedigend
Service (5%): befriedigend

Technische Daten
Prozessor: Intel Celeron ULV 743 (1,3 GHz)
Chipsatz: Intel NM10 Express Chipsatz
Grafik: Intel Mobile 4 Series Express Chipset Family
Arbeitsspeicher: 2 GByte DDR2
Festplatte: 250 GByte, 2,5-Zoll, SATA, 5400 U/Min
Speicherkartenleser: SD / MMC
Display / Touchscreen: 10,1 Zoll, LED-Backlight, Multi-Touch, 1024 x 600 Pixel
Video-Ausgang: 1 x VGA über Adapter, 1x HDMI über Adapter
Funktionstasten: 3 frei programmierbare Tasten
Netzwerk: WLAN (802.11b/g), Bluetooth
Schnittstellen: 2 x USB 2.0, 1 x Kopfhörer, 1 x Mikrofon
Webcam: 1,3 Megapixel
Abmessungen: 25,3 x 16,8 x 1,8 Zentimeter
Gewicht: 960 Gramm
Netzteil: extern
Akku: Li-Polymer High-Energy Batterie 4800 mAh
Betriebssystem: Windows 7 Home

Messwerte
PCMark 05:
CPU: 2227, Speicher: 3185, HDD: 4842
PCMark Vantage: 1952
Festplatte (HD Tune):
Datendurchsatz: 74,7 MByte/s, Zugriffszeit: 16,7 Millisekunden
Akkulaufzeit: 158 Minuten
Hanvon Touchpad B10