Ausprobiert: VMware vCloud Director 1.0

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Mit VMwares neuestem Produkt, dem vCloud Director, geben IT-Mitarbeiter den Anwendern in ihrem Unternehmen die Möglichkeit, sich virtuelle Services aus einem Katalog herauszusuchen. Wir haben uns die Lösung angeschaut – und sind beeindruckt.

VMware hat uns einen kurzen Blick auf den vCloud Director werfen lassen, der bei uns den Eindruck hinterlässt, dass der Hersteller drauf und dran ist, einen neuen Maßstab für die virtualisierte IT zu setzen. Das neue am vCloud Director, den VMware auf der VMworld in San Francisco veröffentlicht hat, ist die Möglichkeit der IT-Abteilung, verteilte Ressourcen wie Rechen-, Netzwerk- und Speicherdienste zusammengefasst als eine Art Katalog anzubieten. VMware bezeichnet dies als virtuelles Datenzentrum. Das Unternehmen hofft, dass IT-Verantwortliche vCloud Director zusammen mit virtuellen Appliances und regulären Maschinen nutzen, um Kataloge zu erstellen, aus denen die Dienste einfach ausgewählt werden und dann automatisch bereitgestellt werden.

Verwandeln Sie Ihre IT-Abteilung in ein Provisioning-Monster

Bereits fortgeschrittene IT-Mitarbeiter und sogar Technik-affine Anwender haben die nötigen Kenntnisse, um sich in diesen Prozess einzuschalten. Dies führt die Business-User näher an den Provisioning-Prozess heran und ist der Grund, warum vCloud Director potenziell eine große Sache ist. Wenn vCloud Director sein Versprechen in der Realität einlöst, wird es die IT in ein Provisioning-Monster verwandeln, das die Geschäftsanforderungen an Computersysteme ohne die Zeitverzögerungen und die Handarbeit erfüllt, die die Arbeitsabläufe in früheren Zeiten mit rein physikalischen Computerwelten dominierten.

Unter vCloud Director teilen sich unterschiedliche Abteilungen und externe Organisationen die darunter liegende physikalische Infrastruktur in einer mandantenfähigen, isolierten Umgebung, ohne je voneinander zu erfahren. Das Ergebnis ist eine Cloud-Ressource, die so privat oder so öffentlich sein kann, wie es der Administrator wünscht. Das Release 1.0 beweist aber mit einem Paukenschlag, dass es weit mehr ist als nur ein Versuchsballon: Es gibt einen Branding-Tab, über den Service-Provider oder IT-Abteilungen die Software so anpassen können, dass die bereitgestellten Services so aussehen, als kämen sie direkt von ihnen anstatt von VMware.

Wir werden die Software in Kürze selbst in unseren Testlaboren durchleuchten, um zu sehen, ob sie ihre Versprechen in der Realität einlösen kann. Basierend auf den funktionsfähigen Demonstrationen, die wir bisher sehen konnten, sind wir geneigt, beeindruckt zu sein.
Es ist nach unserer Auffassung nach besonders wichtig, dass VMware auch die Probleme und Stolpersteine anpackt, die sich für IT-Abteilungen und auch mit Produkten von Drittanbietern nur schwer in den Griff bekommen lassen. Dazu zählen der VM-Lebenszyklus, grundlegende VM-Sicherheit und die automatische Trennung virtueller Maschinen.

Zum Beispiel bietet vCloud Director Limits für den Anspruch auf VMs und Ressourcen. Bei einer Überschreitung wird ein Prozess ausgelöst, der die VM-Ressource zurückfordert. In anderen Worten: ungenutzte VMs werden aussortiert. So bekommt man wild wuchernde VMs in den Griff und gibt wertvolle physikalische Kapazitäten frei. Die Limits, die wir zu sehen bekommen haben, schalten die VM übrigens nicht einfach ab, sondern stoßen stattdessen einen Prozess an, wie beispielsweise das Senden einer E-Mail an den IT-Manager oder den Nutzer der VM, dass die virtuelle Maschine nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums entfernt wird. Das Management des VM-Lebenszyklus im Voraus ist ein Schlüsselfaktor, um sicherzustellen, dass wertvolle IT-Ressourcen nicht für Systeme im Leerlauf, die nicht länger benötigt werden, vergeudet werden.

vShield schützt VMs

Sicherheit kommt in Form von neuen vShield-Angeboten hinzu. Es gibt zwar noch genug Spielraum für Sicherheitstools, die als virtuelle Appliances angeboten werden. Aber vShield sollte IT-Verantwortlichen dabei helfen, sicherzustellen, dass die VMs im virtuellen Netzwerk geschützt und isoliert sind, und zwar mit einer Technologie, die tief in der Virtualisierungsinfrastruktur verankert ist.

Erwähnenswert ist, dass VMware in den vergangenen Jahren technisch immer ausgereifte und in ihrem Bereich führende Produkte veröffentlicht hat. vSphere 4 hat den Boden für neue Ansätze bereitet, die heute in vCloud Director realisiert werden. Wenn die Produkttests diesen wichtigen Schritt nach vorn für vCloud Director bekräftigen, ist die IT nicht nur in der Lage, ihre Kosten zu senken, sondern auch die Business-Produktivität deutlich anzuheben.