Green IT: Verbraucherzentrale warnt vor Fantasie-Angaben

Green-ITInnovationMobileNotebookPolitikRecht

Wer beim Kauf eines Notebooks oder Displays auf ein Modell mit niedrigem Stromverbrauch Wert legt, sollte darauf achten, dass die Herstellerangaben auch seriös sind. Das ist nicht immer der Fall, wie jetzt die Verbraucherzentrale herausgefunden hat.

Wenn es um fragwürdige Angaben zum Inhalt und zur Qualität eines Produkts geht, dann denken Verbraucher meist an Lebensmittel, bei denen bestimmte Inhaltsstoffe nicht deklariert oder minderwertige Stoffe schön umschrieben werden.

Doch dieses Phänomen gibt es auch bei Elektrogeräten, zum Beispiel auch bei Notebooks und Displays wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) jetzt herausgefunden hat. Dabei geht es meistens um den Stromverbrauch der Geräte. Hier wirft der VZBV Herstellern wie Acer vor, die Kunden mit Fantasie-Angaben zum Stromverbrauch zu täuschen. Der PC-Hersteller Acer wurde für eine entsprechende Notebook-Werbung sogar abgemahnt.

40 Prozent weniger Strom als was?
Acer hatte laut Verbraucherzentrale ein Notebook mit dem Satz beworben, es benötige »bis zu 40 Prozent weniger Strom als vergleichbare Notebooks«. Ein Bezugswert hatte Acer dabei nicht angegeben.

Auch die Vertriebsfirma Avnet Technology Solutions hat sich eine Rüge der Verbraucherzentrale eingefangen. Sie hatte LCD-Monitore laut VZBV von Eizo damit beworben, dass diese »um bis zu 50 Prozent« Strom sparen. Auch hier fehlte die Bezugsgröße. Beide Firmen wollen diese Werbung nun nicht mehr verwenden.

Notebooks tragen zur CO2-Bilanz bei
Rechtsexperte Immo Terborg von der Verbraucherzentrale sagt: »Ohne eine klare Bezugsgröße sind die Angaben nichtssagend. Denn die Kunden können sich kein Bild über die vorgegebene Einsparung machen. Oft fehlen auch Angaben, wie viel das Gerät überhaupt verbraucht.«

Vor allem im Zusammenhang mit den Green-IT-Initiativen und steigenden Energiepreisen achten IT-Manager seit einiger Zeit verstärkt auf den Energieverbrauch der Hardware. Die Energieaufnahme von Notebooks scheint auf den ersten Blick etwa gegenüber der eines Servers eine zu vernachlässigende Größe. Da aber immer mehr Mitarbeiter ganz auf einen Desktop-PC verzichten und weitgehend mit Notebooks oder Netbooks arbeiten, spielt auch der Energieverbrauch der Mobilgeräte eine immer wichtigere Rolle. Schließlich werden diese an der Steckdose aufgeladen und tragen so zur Energiebilanz des Unternehmens bei.

Die Rüge der Verbraucherzentrale steht im Zusammenhang mit der Initiative »für mich. für dich. fürs klima.« Diese wiederum ist ein Bündnis des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen und weiteren Organisationen. Die Allianz wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
(mt)

Weblinks
Verbraucher fürs Klima