Phoenix aus der Asche? AOL erneuert Werbedeal mit Google

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Seit Time Warner den Verlustbringer AOL auslagerte, versucht sich der strauchelnde Online-Pionier zu fangen. Nun erweiterte das Unternehmen sogar sein Such-Anzeigengeschäft mit Google.

Lange rätselte die Branche, wie lange es AOL noch macht – auch nach dem Börsengang, der sogar ein wenig Geld in die Kassen spülte. Aber der Google-Deal bringt ein wenig Umsatz: Mit 209 Millionen US-Dollar aus dem Suchgeschäft im ersten Halbjahr 2010 ist dieser Deal über geteilten Umsatz für so ein Unternehmen nicht superberauschend, aber immerhin macht das schon ein Drittel von AOLs Umsätzen aus.

Dieses Geschäft ist jetzt nicht nur um weitere fünf Jahre verlängert, sondern auch um mobile Suche und um YouTube erweitert. Keiner der Partner ist zu irgendetwas im Vorfeld verpflichtet – erst, wenn Geld in die Kassen kommt, wird es geteilt. So wird Google zum Überlebenshelfer für die AOL-Überreste und hilft dem fast gefallenen Pionier wieder auf die Beine.

AOL-Chef Tim Armstrong muss dem Spruch »Google is good« also völlig neue Bedeutung zumessen. Der Suchriese ist hier wohl eine Art Pflegekraft im Internet-Altersheim und päppelt den Senior AOL so langsam wieder auf. Armstrong sieht das Geschäft als wichtigen Schritt im Turnaround des inzwischen als Content- und Werbe-Unternehmen agierenden ehemaligen Massen-Providers. Den Video-Content von AOL wird künftig YouTube hosten – wieder ein bisschen gesparte Energie für AOL und mehr Inhalte für die Google-Tochter. µ

L’Inqs:
Dow Jones Newswire über den AOL-Google-Deal

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