ARM nimmt Server ins Visier

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ARM will seine Prozessorarchitektur für den Server-Einsatz fit machen und spendiert ihr nicht nur Virtualisierungsfunktionen, sondern auch ein neues Speicher-Management, um mehr als 4 GByte RAM ansprechen zu können.

Bislang werkeln ARM-Chips vor allem in Smartphones, doch ihr geringer Energiebedarf macht sie auch für Server interessant. Hinderlich sind hier allerdings die fehlenden Virtualisierungsfunktionen, wie sie etwa Intel mit Intel VT und AMD mit AMD-V für ihre Prozessoren bieten, und die 32-Bit-Architektur, durch die sich nur 4 GByte Arbeitsspeicher adressieren lassen. Beide Probleme will ARM mit der nächsten Generation seiner Cortex-A Series angehen, wie ARM-Manager David Brash auf der Hot Chips Conference erklärte.

So sollen die ARM-Prozessoren künftig Virtualisierungsfunktionen mitbringen, man sei sehr, sehr nah an der Veröffentlichung des neuen Designs, so Brash. Virtualisierungsspezialisten wie VMware würden ihre Produkte bereits um Support für die ARM-Chips erweitern.

Ein neues Features namens Large Physical Address Extension soll dafür sorgen, dass mehr Speicher angesprochen werden kann. Es übersetzt 32-Bit-Adressen in 40-Bit-Adressen, über die sich bis zu 1 TByte adressieren lassen. An der zugrunde liegenden Architektur mit 32 Bit ändert sich nichts – im x86-Bereich gibt es mit PAE (Physical Address Extension) bereits seit Jahren eine vergleichbare Lösung für 32-Bit-Systeme.

Die neuen ARM-CPUs wären für genügsame Server prädestiniert, bei denen es nicht auf Spitzenleistung, sondern niedrigen Energieverbrauch ankommt. Medienberichten zufolge denkt beispielsweise Facebook darüber nach, seine Server-Farmen mit ARM-CPUs zu bestücken. Diese sollen vom Startup Smooth Stone kommen, das spezielle ARM-Chips für Server entwickelt und zu dessen Geldgebern auch ARM zählt.