Java-Entwickler ärgern sich über Oracles Informationspolitik

Open SourceSoftware

Von Oracle sei zum Thema Java praktisch nicht zu erfahren, bemängelt der Interessenverbund der Java User Groups e.V. (iJUG), es fehle insbesondere an einer klaren Roadmap.

Die Informationspolitik von Oracle nach der Sun-Übernahme sei unbefriedigend, so die im iJUG zusammengeschlossenen deutschen Java-Anwender. Auf Veranstaltungen erfahre man nichts und auch bei den bekannten Blogs und Twitter-Accounts gebe es nicht mehr so viele Informationen wie früher. Es fehle insbesondere an Aussagen zur Trennung beziehungsweise zum Zusammenspiel von Open Source und den kommerziellen Produktvarianten wie GlassFish. »Es wird immer behauptet, es handele sich um die gleichen Produkte mit anderer Lizenz«, erklärt Oliver Szymanski, Vorstandsmitglied des iJUG und Leiter der Java User Group Erlangen/Nürnberg. »Ein Beweis dafür steht allerdings noch aus.« Unklar sei auch der Umgang mit OpenJDK7 und die Zukunft von JDK7.

Beim iJUG denkt man nun darüber nach, das Schicksal der JVM in die eigene Hand zu nehmen. »Man könnte sich zum Beispiel viel stärker auf eine Weiterentwicklung des OpenJDK einigen«, meint Tobias Frech von der Java User Group Stuttgart. Mit Oracle hat der iJUG die Probleme bereits besprochen. Das Unternehmen habe Verständnis gezeigt, doch nun warte man auf eine Reaktion und stellt ein Ultimatum. »Wir geben Oracle noch Zeit bis zur JavaOne im September«, sagt Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender des iJUG. »Falls dort nichts Befriedigendes kommuniziert wird, werden wir uns alternative Strategien überlegen.«