IDC vermeldet überraschend starken Prozessor-Markt

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IDC zufolge legte der Markt für Prozessoren im zweiten Quartal 2010 überraschend deutlich zu, weil Mobil- und Server-Prozessoren stärker nachgefragt wurden. Während Intel im PC- und Mobil-Bereich leichte Einbußen hinnehmen muss, dominiert der Chip-Riese den Server-Bereich mehr als zuvor.

IDC zufolge konnten im zweiten Quartal 2010 3,6 Prozent mehr Prozessoren verkauft werden als im ersten Quartal. Der Umsatz kletterte um 6,2 Prozent, was den Marktforschern zufolge eher unüblich ist. Normalerweise beobachten sie vom ersten auf das zweite Quartal ein geringeres Wachstum von nur 1,6 Prozent und sogar einen Umsatzrückgang von 2,8 Prozent. In diesem Jahr sorgte jedoch eine stärkere Nachfrage nach höherpreisigen Desktop-CPUs sowie nach Notebook- und Server-CPUs für bessere Zahlen.

Den Prozessormarkt dominiert Intel mit einem Marktanteil von 80,7 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte). Die Konkurrenten AMD und Via kommen auf 19,0 beziehungsweise 0,3 Prozent. Betrachtet man die einzelnen Marktsegmente, ergibt sich folgendes Bild:

Desktop-Prozessoren (Absatz: plus 0,1 Prozent)
Intel: 72,2 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte)
AMD: 27,3 Prozent (minus 0,7 Prozentpunkte)
Via: 0,5 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte)

Notebook-Prozessoren (Absatz: plus 6,5 Prozent)
Intel: 86,1 Prozent (minus 1,7 Prozentpunkte)
AMD: 13,7 Prozent (plus 1,6 Prozentpunkte
Via: 0,2 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte)

Server-Prozessoren (Absatz: plus 6,1 Prozent)
Intel: 93,5 Prozent (plus 3,3 Prozentpunkte)
AMD: 6,5 Prozent (minus 3,3 Prozentpunkte)

AMD kann also auf dem Gesamtmarkt leicht Boden gut machen und auch bei Notebook-Prozessoren. Letzteres dürfte aber vor allem darauf zurückzuführen sein, dass Intel im vergangenen Jahr im Mobilbereich mit seiner Atom-Reihe sehr stark war, die jetzt mit dem Abflauen des Netbook-Hypes ein wenig an Schwung verliert. Bei den Servern ist die Intel-Dominanz dagegen größer als zuvor.