SAP übernimmt Verantwortung für Datenklau bei Oracle

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In der durch die SAP-Tochter TomorrowNow ausgelösten Spionageaffäre geht der Walldorfer Software-Konzern auf Oracle zu und hat angekündigt, die Verantwortung zu übernehmen und vom Gericht festgesetzte Schadensersatzzahlungen akzeptieren zu wollen.

SAP bemüht sich, den seit Jahren schwelenden Streit um den unrechtmäßigen Download von Oracle-Unterlagen zu beenden. Das Gerichtsverfahren ist für den 1. November angesetzt, in einer Eingabe bei Gericht kündigte man jetzt allerdings schon an, die Haftung für die Aktionen von TomorrowNow zu übernehmen und auch die finanzielle Verantwortung zu tragen. Wie hoch eine Schadensersatzzahlung ausfallen müsste, ist allerdings heftig umstritten, weshalb SAP auch ankündigte, weitere Argumente und Beweise vorzubringen, dass die von Oracle gestellten Forderungen viel zu hoch seien.

SAP betonte erneut, dass man selbst in die Vorfälle nicht involviert gewesen sei, sie würden lediglich TomorrowNow betreffen. Das Unternehmen hatte man 2005 übernommen und 2008 dicht gemacht, nachdem herauskam, dass sich Mitarbeiter des Unternehmens Zugang zum geschützten Support-Bereich von Oracle verschafft und dort fleißig Software und Info-Material heruntergeladen hatten. Oracle warf SAP allerdings vor, das Top-Management des Konkurrenten habe vor der Übernahme von den illegalen Aktivitäten gewusst.