Wettbewerbsverfahren: Intel und FTC einigen sich

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Mit zahlreichen Auflagen für Intel will die FTC den Wettbewerb auf dem Prozessor-, Grafikchip- und Chipsatzmarkt ankurbeln. So wird Intel etwa untersagt, Hersteller durch Rabatte und Drohungen vom Kauf bei Intel-Konkurrenten abzuhalten.

Wie die FTC mitteilt, hat Intel den Bedingungen der Wettbewerbshüter zugestimmt, um das im Dezember 2009 eingeleitete Verfahren zu beenden. Die Einigung gehe über die Ergebnisse früherer Verfahren heraus, betonte die FTC, da man den Wettbewerb als solches schütze und nicht einen einzelnen Hersteller von Prozessoren, Grafikchips oder Chipsätzen.

Zunächst verbietet man Intel, Computer-Herstellern Vergünstigungen zu bieten, damit diese exklusiv auf Intel setzen und keine Chips von anderen Herstellern erwerben. Zudem darf der Chip-Riese Computer-Hersteller, die bei der Konkurrenz kaufen, nicht benachteiligen, indem er ihnen beispielsweise günstigere Konditionen vorenthält.

Darüber hinaus zwingt die FTC Intel, die Vereinbarungen mit AMD, Nvidia und Via anzupassen, um diesen mehr Freiheiten für Fusionen und Joint-Ventures einzuräumen, denn bislang drohten hier Patentklagen durch Intel. Der Chipriese muss sein 2013 auslaufendes Lizenzabkommen mit Via zu x86-Prozessoren um fünf Jahre verlängern und Herstellern von Grafikchips über PCI Express eine Verbindung zur CPU ermöglichen, ohne diese in der Performance zu beschneiden.

Die FTC fordert Intel auf einzuräumen, dass Intel-Compiler die Chips der Konkurrenz benachteiligen und nicht alle deren Features unterstützen. Daher muss Intel alle Software-Anbieter entschädigen, die ihre Programme mit anderen Compilern neu kompilieren wollen.

Der Fall zeige, dass die FTC auch gegen wettbewerbswidriges Verhalten der mächtigsten Konzerne vorgehen, sagte FTC-Chairman Jon Leibowitz. Mit der jetzt erreichten Einigung habe man den Wettbewerb in einer Art und Weise gestärkt, wie es mit einem langen Gerichtsverfahren wohl nicht möglich gewesen wäre.