Umfrage: Viele Großunternehmen verlassen sich ohne Support noch auf XP SP2

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Seit dem Patchday am vergangenen Dienstag gibt es keinen Support mehr für Windows XP SP2 – was viele Unternehmen wohl jetzt erst bemerken.

Microsoft patcht Windows XP SP2 nicht mehr – doch viele Firmen nutzen noch immer das alte Betriebssystem; berichtete schon letzte Woche die Network World  nach einer Umfrage bei Unternehmen..

Die Firma Fiberlink Communications, die ihren Service an große Unternehmen wie Pepsi, Bayer und VW verkauft, untersuchte kurzerhand 500.000 Rechner seiner Kunden und stellte fest, dass noch immer 17 Prozent mit Windows XP laufen. Für dieses stellt MS nun langsam seinen Support ein, sofern man nicht einen gesonderten Servicevertrag abgeschlossen hat. Cyberkriminelle würden  nun verstärkt nach offenen Einfallstoren in XP suchen, befürchtet die Network World.

Seither diskutieren IT-Chefs auf zahlreichen Administratoren-Foren: Da zahlreiche IT-Abteilungen trotz Anzeichen der wirtschaftlichen Besserung nach der Krise noch immer kaum neue Budgets erhielten, sei ein Update auf Windows 7 schwer möglich. Ein Abrufen externer Security-Dienste sei leichter bei den Geldgebern zu verargumentieren als ein unternehmensweites System-Update, beklagen die IT-Experten. Der alte Spruch »Never fix a running System« sei nach 20 Jahren eben endlich in den Gehirnen der Chefs angekommen, ironisierte ein Systemverantwortlicher einer Versicherung (der verständlicherweise nicht namentlich genannt werden wollte), gegenüber IT im Unternehmen.

Interessant ist die Verteilung, die Fiberlink neben XP fand: Windows 7 lief bereits auf einem Drittel der untersuchten Unternehmensrechner, Vista auf 15,14 Prozent, Windows 2000 noch immer auf fast 3 Prozent, doch inklusive virtualisierter Konfigurationen fand sich auf 81.57 Prozent der Systeme noch Windows XP.

Auch das Service Pack 3 von Mai 2008 für XP findet sich auf nur wenigen Rechnern – die Installation schluckte wohl zu viele IT-Pertsonalressourcen für viele Unternehmen.

Fiberlink hatte die Meldung lanciert, nachdem das Unternehmen am 8. Juli das Angebot eines »Windows 7 Readiness Service« startete, um Firmen darauf zu testen, ob deren Infrastruktur weit genug für das Update ist – in manchen dümpeln noch 15 Jahre alte PCs  herum. (Manfred Kohlen)

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