Deutscher Markt für IT-Sicherheit fällt zurück

SicherheitSicherheitsmanagement

Die Strategieberater von Booz & Company attestieren dem deutschen Markt für IT-Sicherheit Nachholbedarf. Zwar wächst er jährlich um 10 Prozent, doch weltweit liegt die Wachstumsrate höher. Zudem bemängelt man, dass der Markt zu zergliedert sei und es an Investitionen fehle.

Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hat Booz & Company die deutsche IT-Sicherheitsbranche untersucht. Die sei weltweit zwar hoch angesehen und gelte als verlässlich, urteilt man, habe aber strukturelle Schwächen im internationalen Wettbewerb. So sei der Markt sehr kleingliedrig und es fehle an ausreichend Risikokapital für Investitionen. Zudem fehle es an Kommunikations- und Kooperationskultur, um im Auslandsgeschäft zu punkten. In wichtigen Segmenten wie der Nachrichten- und Web-Sicherheit, seien die deutschen Anbieter nicht optimal aufgestellt und hätten nur wenige Produkte für den Massenmarkt entwickelt.

Das Ergebnis: mit Sicherheitsprodukten und Sicherheitsdienstleistungen wurden 2009 in Deutschland nur 2,75 Milliarden Euro erwirtschaftet. Angesichts eines weltweiten Umsatzes von 37 Milliarden Euro spielt der deutsche Markt damit nur eine kleine Rolle. Die Wachstumsraten liegen bei jährlich 10 Prozent und bleiben damit hinter dem weltweiten Durchschnitt von 13,4 Prozent zurück.

Um die Sicherheitsbranche im internationalen Vergleich besser aufzustellen, empfehlen die Berater von Booz & Company die Einrichtung eines Branchenforums für den intensiveren Austausch der Branche mit dem Staat und der Anbieter untereinander. »Selbstverständlich sind in erster Linie die Unternehmen in der Verantwortung, sich strategisch und wettbewerbsfähig im Markt zu positionieren. Daneben können aber auch staatliche Maßnahmen … wichtige Wachstumsimpulse setzen«, erklärt Co-Studienautor Dr. Wolfgang Zink, Mitglied der Geschäftsleitung bei Booz & Company. So müsste der Staat Kooperationen fördern und einen einfacherer Kapitalzugang ermöglichen. Notwendig sei auch eine Vereinfachung der Bürokratie und eine effektivere staatliche Unterstützung, um etwa durch die lange Verfahrensdauer von Ausfuhrgenehmigungen international nicht ins Hintertreffen zu geraten. (Daniel Dubsky)