Trotz Aufschwung: IT-Gehälter stagnieren

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Eine aktuelle IT-Gehaltsstudie von Kienbaum zeigt, dass das Einkommen von Fach- und Führungskräften kaum steigt. IT-Chefs mit variablem Gehalt müssen sogar Einbußen hinnehmen.

Obwohl viele Experten schon 2009 das Ende der Wirtschaftskrise ausgerufen haben, steigen die Gehälter im IT-Bereich kaum an. Das zeigt eine Studie der Managementberatung Kienbaum. Die Folgen der Wirtschaftskrise sind immer noch deutlich zu spüren. Zwar ist das Grundeinkommen der Fach- und Führungskräfte in der IT um mehr als zwei Prozent gestiegen. Trotzdem stagniert das Jahreseinkommen auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ursache hierfür ist laut Kienbaum, dass die variablen Vergütungen, die vor allem bei Führungskräften üblich sind, 2009 wegen der Wirtschaftskrise eher gesunken als gestiegen sind.

Christian Näser, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: »Die Krise hat viele Unternehmen zu Kostenreduzierungen gezwungen, weshalb sie beispielsweise für 2009 eine niedrigere variable Vergütung ausschütten.«

Fachkräfte sind weniger von Einbußen betroffen
IT-Fachkräfte sind von den Einbußen nicht so stark betroffen, da sie in der Regel ein festes Gehalt ohne variablen Anteil bekommen. Auch eventuell gewährte Boni machen »einen geringeren Anteil am Gesamteinkommen aus als bei den Führungskräften«, sagt Näser.

Das Vergütungsportal der Managementberatung Kienbaum berät Unternehmen, die Gehälter, Boni und Vergütungen für ihre Mitarbeiter gestalten wollen.

Dafür liefert die Gummersbacher Managementberatung auch eine Reihe konkreter Zahlen. 81 Prozent der Führungskräfte aber nur zwei Drittel der Fachkräfte erhalten einen leistungsbezogenen Lohn.

Doch die Boni sind schon seit Jahren im Sinkflug: Lag der Bonus bei IT-Führungskräften im Jahr 2008 noch bei durchschnittlich 20 300 Euro, so lag er 2009 nur noch bei 18 900 Euro. Die IT-Fachkräfte erhielten im Schnitt 5800 Euro und damit 600 Euro weniger als 2008.

Spitzenverdiener: Leiter Informationsverarbeitung und Organisation
Trotzdem wird in der IT immer noch gut verdient. Eine Führungskraft erhält im Schnitt 111 000 Euro im Jahr. Am besten dran sind die Leiter Informationsverarbeitung und Organisation. Auf deren Konto fließen Jahresgesamtbezüge von durchschnittlich 133 000 Euro. Auf Platz zwei folgt der Leiter IT Management mit 117 000 Euro und dahinter der Leiter Anwendungsentwicklung mit 107 000 Euro.

Eine IT-Fachkraft verdient durchschnittlich 64 000 Euro. Dabei ist die Spanne der Gehälter relativ groß. Während sich der Kollege im IT-Vertrieb über 90 000 Euro freuen darf, muss sich der Operator mit 46 000 Euro begnügen.

Frauen verdienen (fast) schon so viel wie Männer
Frauen sind angeblich auch mit einem geringeren Verdienst als Männer zufrieden, wie eine viel diskutierte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) behauptet. Über diesen Trend dürften sie sich aber trotzdem freuen: Die Gehaltsunterschiede werden immer kleiner. So verdiente ein Mann im IT-Beruf 2007 noch um elf Prozent mehr als eine Frau. Inzwischen ist die Differenz auf acht Prozent zusammengeschmolzen.

»Die Krise hat viele Unternehmen zu Kostenreduzierungen gezwungen, weshalb sie beispielsweise für 2009 eine niedrigere variable Vergütung ausschütten«, sagt Christian Näser, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Managementberatung Kienbaum. (Bild: Kienbaum)

Allerdings bleibt IT immer noch eine Domäne der Männer. Nur sechs Prozent der IT-Chefposten werden von Frauen besetzt. Zum Vergleich: Im kaufmännischen Bereich liegt deren Anteil bei 19 Prozent. Auch im Bereich der IT-Fachkräfte stellen die weiblichen Mitarbeiter nur einen Anteil zwischen 16 und 18 Prozent.

Spitzengehalt in Düsseldorf
Egal, ob Mann oder Frau, wer mehr Geld verdienen will, sollte nach Düsseldorf gehen. Dort verdienen IT-Führungskräfte am meisten. Das Gehalt liegt um zwanzig Prozent über dem Bundesschnitt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen München mit elf und Stuttgart mit acht Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Zu beachten ist allerdings, dass in diesen Städten die Lebenshaltungskosten auch erheblich höher sind als in anderen Städten.

In punkto Gehalt am ärmsten dran sind IT-Chefs in ostdeutschen Kleinstädten. Sie verdienen dort 29 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Auch den Großstädten Ostdeutschlands sieht es nicht viel besser aus: 18 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Laut Kienbaum erreichen die Gehälter der IT-Fach- und Führungskräfte in Ostdeutschland nur etwa 80 Prozent der Durchschnittsbezüge in Deutschland.

Für die Studie »Vergütung von Führungs- und Fachkräften in IT-Funktionen« hat Kienbaum nach eigenen Angaben die Informationen von 328 Unternehmen und 5646 Positionen ausgewertet. Der komplette Bericht kann im Onlineshop von Kienbaum zum Preis von 600 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer) bestellt werden.
(mt)

Weblinks
Kienbaum
ITespresso-Bericht
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung