MySQL-Gründer klagt gegen Sun-Übernahme durch Oracle

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Zwar hat sich Oracle zu MySQL bekannt, doch die Zusagen seien nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind, findet MySQL-Gründer Monty Widenius und will nun die Übernahme von Sun und damit auch MySQL durch Oracle verhindern.

Widenius klagt gegen die Entscheidung der EU-Kommission, die Übernahme zu genehmigen. Ursprünglich hatten die Wettbewerbshüter große Bedenken, die Übernahme würde sich negativ auf den Markt für Datenbanksysteme auswirken, da Oracle als Anbieter eines kommerziellen Systems möglicherweise wenig Interesse hätte, das quelloffene Konkurrenzprodukt MySQL weiterzuentwickeln. Allerdings konnte Oracle diese Bedenken entschärfen und bekannte sich in einem 10-Punkte-Papier zu MySQL.

Gegenüber der Financial Times erklärte Widenius nun, diese Zusagen seien nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden. Weiter wolle er sich aber erst nach Aussagen von Oracle äußern. »Ich möchte richtige Zusagen sehen«, so Widenius.

Der FT zufolge hat die EU-Kommission die Klage bestätigt, kennt aber die Klagebegründung noch nicht. Man werde die Entscheidung, die Sun-Übernahme abzusegnen, aber auch vor Gericht verteidigen, sagte ein Offizieller. (Daniel Dubsky)