Foxconn-Chef: Sünden-Ablass durch Aktienverkauf?

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Terry GuoTerry Guo, Chef der größten Computerfabrik der Welt, verkauft 10 Millionen Aktien. Ist ihm seine Firma nichts mehr wert nach all den Vorkommnissen? Weit gefehlt – er zahlt nur seine Steuern damit!

Eigentlich ist das keine große Nachricht, doch gerne würden wir es alle so machen wie er: Wenn die Steuer etwas abhaben möchte, einfach einen kleinen Teil von unseren Milliarden abgeben, ohne dass es wehtut. Guo, der in den 70er-Jahren Hon Hai Precision gründete und deren Produktionsarm Foxconn nach China auslagerte,  dürfte inzwischen Multimilliardär und Taiwans reichster Mann sein, in New Taiwan Dollars sogar schon Multi-Billionär. Was machen da schon ein paar Selbstmorde in den Fabrikgeländen aus?

So wie im Mittelalter, wo man sich das Seelenheil noch durch Zahlungen an die Kirche kaufen konnte (»Ablass«), ist es ja nicht mehr. Heute zahlt man Steuern!.

Weil der Aktienverkauf eine »persönliche Transaktion« ist, kommentierte Foxconn sie nicht gegenüber der Presse, schreibt Taiwans HiTech-Standardmedium Digitimes. Einige Marktbeobachter würden jedoch glauben, dass Guo seine Aktien nur deshalb losschlägt, weil er eben Geld für seine Steuern braucht. Seine Steuerzahlungen (Ablassgelder?) dürften demnach auch schon Billionen betragen (Taiwan Dollars natürlich).

Gestern lag der Wert von 10 Millionen Foxconn-Aktien  bei 1,16 Milliarden New-Taiwan-Dollars, also etwa 36 Millionen US-Dollars. Peanuts für einen Unternehmer, der weitere Milliardenaufträge von Apple, HP, Dell und Co in der Tasche hat. Wohl auch schon für die nächsten iPhones, iPads und anderen künftigen Gadgets. µ

L’Inqs:
Digitimes meldet den Aktienverkauf
Foxconn, der Selbstmordladen
Der erste bekanntgewordene Foxconn-Seltmord voriges Jahr – durch das iPhone 4?
Sünden-Ablass im Mittelalter

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