Kostenpflicht reißt britische Times online in die Tiefe

Allgemein

Rupert hat jetzt eine rote Nase. Nein, nicht das Rentier, denn das heißt nur so ähnlich: Rudolph war das. Der  Verleger Rupert Murdoch hat sich jetzt aber auch eine solch verlegene rote Nase geholt – denn er dachte eigentlich, er könnte mehr Geld verdienen, wenn er seine Inhalte kostenpflichtig macht.

War wohl nix und mag beim Wall Street Journal (auch Murdochs Eigentum) funktionieren. Nicht so bei der Times. Und so muss Rupert auch im fortgeschrittenen Alter noch seine Lektionen lernen. Der Großverleger, der einst von Australien aus die Welt eroberte, verliert mit seinem britischen Flaggchiff jetzt Online-Leser in Scharen – seit der Online-Auftritt Geld kostet. Und die Leser wollen einfach nicht wiederkommen. Inquirer-UK-Mann Nick Farell hämisch: »Jetzt haben die Kollegen von TheIndependent endlich mehr Leser als die Times! Und das, obwohl die doch eher die paar Leser haben, die sogar ihren Joghurt selber stricken!«

Dem Website-Statistikdienst Alexa zufolge fallen die Zahlen tief. Nicht nur ein bisschen: Sie seien eher ein steiles Cliff heruntergestürzt, kommentiert Nick. Und das sei ein ganz klares Zeichen dafür, dass dies wohl ein schlechtes Omen für die Zukunftspläne von Murdoch ist. Kurz und gut mit unserer kleinen Farbenlehre betrachtet: Die Zukunft wird schwärzer und Ruperts Nase immer roter.

Laut Internetguru Clay Shirky gibt es in weniger als 50 Jahren keine traditionellen Zeitungen mehr – und er sieht auch für das Online-Bezahlmodell keine Zukunft. µ

L’Inqs:
Das Vorgeplänkel: Murdoch will Bezahldienste über Microsofts Bing anbieten
Murdoch-Interview (mit Video): Google aussperren!
Nick Farrell lamentiert über ausgediente Murdoch-Geschäftsmodelle
Sydney Morning Herald: Internet-Guru sieht Zeitungen und Bezahldienste am Ende
Noch so einer: »WAZ: Google klaut Inhalte«

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen