actiNAS Cube RDX im Test
NAS mit Datensicherung

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Das Gerät von Actidata ist ein ungewöhnliches NAS und unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den bisher getesteten Netzwerk-Speichern. Zum einen basiert die NAS auf Standard-PC-Hardware und zum anderen ist ein RDX-Laufwerk mit integriert.

NAS mit RDX-Datensicherungslaufwerk

Für unsere Testserie von Network Attached Storage wurde der actiNAS Cube RDX vom Hersteller mit fünf 1-TByte-Platten ausgestattet. Standardmäßig wird die NAS jedoch ohne Festplatten über den Fachhandel verkauft.

Zum Einsatz kommen Serial-ATA-Festplatten von Seagate in der Enterprise-Version, die in einem Raid-5 -Verbund laufen. Der actiNAS unterstützt auch andere Raid-Level wie 0, 1, 6 oder 10. Zusätzlich zu den Platten ist ein RDX-Laufwerk für eine zusätzliche Datensicherung vorhanden, das derzeit RDX-Medien bis 640 GByte verarbeiten kann.

actidata actiNAS Cube RDX

Für die Netzwerk-Connectivity besitzt das actiNAS Cube RDX rückseitig zwei Gigabit-Buchsen, über die sich das NAS von einem DHCP-Server jeweils eine freie IP-Adresse zieht. Ist kein DHCP-Server vorhanden, kann der actiNAS Cube RDX auch selbst als DHCP-Server arbeiten. Über das Frontdisplay und dessen Bedienelemente lassen sich feste IP-Adressen dem NAS zuteilen.

Neben den internen Platten, die im Gehäuse senkrecht eingebaut sind, können auch externe Festplatten mit USB- und eSATA-Interface angeschlossen werden. Diese werden dann als zusätzliche Single-Laufwerke mit ins System eingebunden und können den Benutzern separat zugeweisen werden. Hierfür sind am Gerät vier USB-Buchsen und eine eSATA-Buchse vorhanden, die hinten am I/O-Panel des Motherboards vorzufinden sind.

Ungewöhnliche Hardware und simple Konfiguration

Anders als die anderen

Anders als die bisherigen NAS-Geräte basiert der actiNAS Cube RDX auf klassische PC-Komponenten. Neben einer Mini-ITX-Platine, die mit einem Intel Celeron  430  @ 1.80GHz und 1 GByte RAM bestückt ist, arbeitet ein SFF-Netzteil im Gehäuse. Die NAS-Software ist in einem Disk-Modul von Apacer mit 128 MByte untergebracht, das per IDE-Interface eingebunden ist. Eine kleine Adapterkarte, die auf dem PCI-Express-Slot steckt, führt einen internen SATA-Anschluss als eSATA nach außen.

Einfache Konfiguration
Nach einer raschen Bootzeit, die unter 2 Minuten liegt ist der Netzwerkspeicher einsatzbereit. Über die gut angelegten Menüs lassen sich Benutzer, Gruppen und deren Schreibrechte angelegt. Ist im Netzwerk ein Windows-Server mit Active Directory Domain Services vorhanden, kann der actiNAS Cube RDX die Benutzer-/Gruppen-Einstellungen automatisch übernehmen.
Zusatzdienste wie DHCP-, FTP- oder uPNP-Server sind default-mäßig abgeschaltet, ebenso der Bit-Torent -Client. Diese lassen sich entweder beim Starten mit aktiviert oder nachträglich dazu laden.

actidata actiNAS Cube RDX

Datenübertragung mit Nachbrenner

Im Test zeigten sich die schnelldrehenden Enterprise-Festplatten von Seagate von ihrer besten Seite. In den unterschiedlichsten Tests erreichte die NAS Spitzenwerte bei der Übertragungsrate.  Hierzu wurden unterschiedlich große Daten über die Netzwerkfreigabe von Windows 7 kopiert und wieder ausgelesen. Ebenso wurden die Testdateien per FTP-Programmen wie Filezilla hin und her kopiert. Als letztes wurde das Programm »NAS Performance Toolkit« von Intel eingesetzt, das die NAS  auf mehrere Weisen an die Belastbarkeitsgrenzen führen soll.

Bei der FTP-Übertragung von dem Netzwerkspeicher wurden durchschnittlich bis zu 27   MByte/s geschrieben. Beim Lesen wurden Spitzenwerte von knapp 39 MByte/s gemessen. Schnellere Werte ergab das Lesen beziehungsweise Schreiben über die Freigabe von Windows. Hier wurden Spitzenwerte von 61 MByte beim Lesen, 49 MB/s beim Schreiben gemessen.  

Ein simulierter Ausfall einer Platte, lies den actiNAS Cube RDX problemlos über sich ergehen. Dier Ausfall wurde durch ein akustisches und optisches Signal gemeldet. Der Raid-Verbund stand nach dem Wechseln der Platte nach kurzer Initialisierung der neuen Platte sofort wieder zur Verfügung. Das ReBuild lief im Hintergrund, was im Zugriff auf die NAS nur kurzfristig zu spüren war. Die NAS legte hin und wieder kleine »Denkpausen« beim Schreiben ein, wobei die Datenübertragung kurzfristig stillstand. Nach dem Rebuild waren diese Pausen jedoch nicht mehr vorhanden.

In Sachen Energie zeigt sich actiNAS Cube RDX von actidata als wahrer Stromfresser. Im Betrieb zieht das Gerät durchschnittlich 88 Watt aus der Steckdose. Ausgeschaltet bedeutet bei diesem Gerät auch wirklich ausgeschaltet, der Energiemesser zeigt einen Verbrauch von 0 Watt an.

Sehr positiv ist das Startverhalten. Schon nach knapp 120 Sekunden ist das Netzwerk-Laufwerk einsatzbereit. Bei deaktivierten Diensten halbierte sich der Bootvorgang. In Sachen Laustärke muss man jedoch meckern. Das Gerät arbeitet sehr laut. Schuld daran ist der rückseitige 80-mm-Lüfter, der zwar geregelt ist, aber im Test ständig mit hoher Drehzahl arbeitet. 

Kostenlose Hotline, aber nur zu Bürozeiten
Die Service-Hotline, die nur zu Bürozeiten erreichbar ist, wird von actidata  über eine kostenlose Telefonnummer abgewickelt. Je nach Servicevertrag ist diese Hotline auch 7/24/4, das heißt 7 Tage pro Woche bei 24 Stunden Erreichbarkeit mit bis zu 4 Stunden betragen.  Zusätzliche Hilfe ist im Handbuch oder auf der Homepage des Herstellers zu finden. In Sachen Garantie bietet Actidata standardmäßig 3 Jahre an, die bis auf 5 Jahre erweiterbar ist.

Fazit

Der actiNAS Cube RDX von actidata überrascht im Test mit überdurchschnittlichen Transferwerten. Über die Netzwerkfreigabe von Windows wurden Daten bis zu 61 MByte pro Sekunde gemessen. Mit einem FTP-Programm war es zwar weniger, aber immer noch sehr zufriedenstellend. Negativ ist die Lautstärke, die der Systemlüfter von sich gibt. Zeitweise wurden bis zu 60 Dezibel gemessen, was ein ruhiges Arbeiten unmöglich macht. Die Menüs zur Konfiguration sind übersichtlich und selbsterklärend. Über das zusätzliche RDX-Laufwerk lassen sich sensible Daten nochmals sichern. Das RDX-
Laufwerk unterstützt derzeit Medien mit einer Speicherkapazität von 640 GByte.

Auch im Preis spielt der actiNAS Cube RDX in einer eigenen Liga. Standardmäßig wird das NAS ohne Festplatten und ohne RDX-Medien für rund 1200 Euro angeboten. Der Anwender kann selbst entscheiden, welche Platten er einsetzt. Actidata empfiehlt Enterprise-Platten von Seagate, die  auch in unserem Testsample vorinstalliert waren.  

ITespresso.de-Logo Sehr gut actiNAS Cube RDX
Hersteller: actidata
Internet: www.actidata.com
Preis: 1200 Euro (ohne Platten)

Note: sehr gut
Leistung (40%): sehr gut
Ausstattung (20%): gut
Funktionen (20%): gut
Bedienung (15%): gut
Service (5%): gut

Ausstattungstabelle: 5 NAS im Vergleich

Technische Daten:
Abmessungen:  261 x 180 x 390 mm
Gewicht: 9,1 kg
Festplattenkapazität: bis zu 10 Terabyte
Festplatten-Interface: 4 x SATA
Raid-Level:  0, 1, 5, 6, 10, JBOD
Anschlüsse: 2 x Gbit LAN 10/100/1000Mbps, 4 x USB 2.0, 1 x eSATA, 1 x VGA, 2 x PS/2
Protokolle: SMB/CIFS, AFP, FTP/FTPS, SFTP, HTTP/HTTPS, NFS
Zusatzdienste: Print Server, Photo-Server, Media Server, BT-Client
Active Directory Support: ja

Messwerte:
Datendurchsatz LAN : 49 MByte/s (Schreiben),  61 MByte/s (Lesen)
Datendurchsatz FTP:  27 MByte/s (Schreiben), 38 MByte/s (Lesen)

Stromverbrauch
Offline 0 Watt, Online 110 Watt

Einschaltzeit: 60 Sekunden

NAS-System ActiNAS

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