Internet ist Staatsfeind Nummer 1 für Indonesien

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Das Internet sei die größte Bedrohung für das Land, sagt der indonesische Medienminister Tifatul Sembiring. Im Web veröffentlichte Sexvideos bekannter indonesischer Stars haben zu dieser Reaktion geführt.

Der erste Internet-Sex-Skandal in dem asiatischen Land hat den strenggläubigen Muslim wohl zu einer weiteren fragwürdigen Aussage gebracht. Schon zuvor war der Kommunikationsminister negativ  aufgefallen, weil er selbst mit  klaren Zitaten von Adolf Hitler twitterte.

Was ist dieses Mal geschehen? Ein in Indonesien populärer Musiker und seine Freundin, Model und TV-Moderatorin, hatten wohl einen »Quickie« hingelegt – und der erschien später als Video im Internet. Der Mann, der in Indonesien für die Medien zuständig ist, fand dies unerhört. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte Sembiring, »Wir wollen die negativen Auswirkungen des Internets verringern, weil es diese Nation zerstören würde«.

Tifatul Sembiring wollte schon einmal das Internet zensieren, doch der Rest seines Volkes fand dies nicht gut. Er scheiterte seinerzeit. Durch das Sexvideo sieht er nun wieder einen Grund, einzugreifen und behauptet sogar, genug Unterstützung zu haben, den Internetzugriff Indonsiens kommende Woche ganz abzuschalten.

Den gefilmten Stars zufolge sei ihnen das Video gestohlen worden. Doch ein Anti-Porno-Gesetz von 2008 könnte die beiden trotzdem ins Gefängnis bringen – nicht einmal das Aufnehmen für privaten Gebrauch ist gestattet.

Mein britischer Kollege Nick Farrell kommentiert den Fall ironisch: »Separatistenbewegungen oder Missbrauch der Menschenrechte – ist ja alles nicht so schlimm!«. Denn laut Sembiring sei das Internet ja viel viel schlimmer.µ

L’Inqs:
Über Indonesiens Intrnet-Skandalvideo
Über die Twitter-Fehltritte von Sembiring
Aussage des Ministers zur Internet-Gefahr

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