Schnäppchen: Server auf Atom-Basis

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Was ist das teuerste an einem Server? Genau, die Folgekosten. Hier setzt SeaMicro an und will 75 Prozent sparen – beim Platzverbrauch und bei den Stromkosten.

Die kleinen Atom-CPUs von Intel sind für den mobilen Einsatz gedacht und halten sich daher beim Stromverbrauch einigermaßen zurück. Sie als Powerzentrale für einen stationären Server zu sehen, ist eine eher ungewöhnliche Idee. Um genug Rechenleistung zu erhalten, bestückt der Hersteller sein Servermodell »SeaMicro SM10000« auch gleich mit 512 Atomen.

Dank ihrer kompakten Bauweise kommt dabei ein superkleiner x86-Server heraus, der Dreiviertel des üblichen Strombedarfs einspart ­- nicht nur am Prozessor, sondern im gesamten System. Es sei möglich, da dieser Server mit 90 Prozent weniger Bauteilen auf dem Board auskomme als ein traditioneller Server. Hitzeentwicklung und die Notwendigkeit der Kühlung fallen auch noch günstiger aus, was weitere Folgekosten spare.

Die Standard-Server eines Rechenzentrums können wunderbar Datenbanken und Enterprise-Software wuppen, aber bei Millionen von ziemlich kleinen, unabhängigen Aufgaben wie Websuche, Accountverwaltung von Portalen, E-Mail-Verkehr oder das ganz normale Surfverhalten von Kunden und Mitarbeitern kommen die großen Server gerne mal ins Trudeln, behauptet SeaMicro. Daher schicke man den kleinen SM10000 ins Rennen, der genau für diesen Internet-Betrieb optimiert sei  Insbesondere die hauseigene Technik der dynamischen Lastverteilung (»Dynamic Compute Allocation Technology«) sorge dafür, dass der Server die Aufgaben gezielt an bestimmte Prozessoren verteile, so dass Nutzlast, Effizienz und Stromverbrauch berücksichtigt würden.

Der SM10000 werde demnächst zu haben sein, meist über Lösungsanbieter oder indirekt durch den Host-Provider. Das System werde zwar deutlich günstiger sein als ein typischer Firmen-x86-Server, ihn aber nicht verdrängen wollen, sondern sei durch seine Spezialisierung ideal komplementär einsetzbar. (Ralf Müller)